In der Nacht zum Samstag wurde das Auto eines Gefängniswärters der Haftanstalt von Löwen vor dessen Wohnung in Heers in der Provinz Limburg in Brand gesteckt. Zudem fand der Vollzugsbeamte einen Drohbrief in seinem Briefkasten. Dessen Kollegen sind dadurch besorgt und seit Sonntag bieten sie nur einen eingeschränkten Wachdienst im Gefängnis. Die Polizei bewacht indessen die Wohnung des bedrohten Wärters.
Vollzugsbeamter bedroht - Auto vor Privatwohnung angezündet - Eingeschränkter Wachdienst im Gefängnis von Löwen
„In Absprache mit der Direktion von Löwen-Zentral arbeiten die Vollzugsbeamten nur mit einer minimalen Dienstleistung. Das bedeutet nur Essenszuteilung, waschen und Besuch“, sagte Eddy De Smet von der liberalen Polizeigewerkschaft VSOA dazu gegenüber VRT NWS.
Dazu ergänzte Kathleen Van de Vijver vom belgischen Gefängniswesen, dass das sogenannte „Open Door“-System in der betroffenen Haftanstalt am Montag und am Dienstag befristet aufgehoben sei: „Die Zellentüren bleiben geschlossen. Alle anderen Aktivitäten, inklusive Ausbildung und Beschäftigung laufen weiter und auch eine Stunde Hofgang.“ In den kommenden Tagen sehe man weiter.
In dem Drohbrief, den der Gefängniswärter erhielt, steht, dass man zurückkommen würde, falls dieser dort weiterarbeite. Dies sorge dafür, dass dessen Kollegen in großer Sorge seien und dass sie den Betroffenen unterstützen, so Gewerkschaftler De Smet: „Sie stellen sich die Frage, wie sie unter solchen Umständen noch weiterarbeiten können. Sie geben jeden Tag ihr Bestes, um ihre Arbeit korrekt auszuführen.“
Der betroffene Vollzugsbeamte wird vorläufig keinen Dienst verrichten, denn der Vorfall hat ihn und seine Familie sehr getroffen. Er müsse sich davon erholen, hieß es dazu. Die Gewerkschaften in der Löwener Haftanstalt wollen am 6. Dezember streiken, doch im Vorfeld wolle man mit der Gefängnisleitung darüber sprechen, wie es nach diesem Vorfall weitergehen könne.
