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Julie Van Espen
Inland
Justiz

Mordfall Julie Van Espen: Der Prozess der Eltern des Opfers gegen den belgischen Staat läuft an

In Brüssel hat der Prozess der Eltern von Julie Van Espen gegen den belgischen Staat begonnen. Julie Van Espen (Foto) war eine 23 Jahre alte Frau aus Schilde in der Provinz Antwerpen, die Anfang 2019 vergewaltigt und ermordet wurde. Der Täter wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, doch jetzt verklagen ihre Eltern auch den Staat. Sie wollen wissen, ob die Justiz Fehler gemacht hat, denn der Täter hätte eigentlich wegen anderer Delikte im Gefängnis sitzen müssen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Eltern von Julie Van Espen fordern 1 € symbolischen Schadenersatz, aber vor allem wollen sie, dass das Gericht feststellt, dass die Justiz Fehler gemacht hat - Fehler, die Julie das Leben gekostet haben. Ihr Mörder, Steve Bakelmans, hätte eigentlich wegen einer anderen Vergewaltigung im Gefängnis sitzen müssen, aber das Gericht, das angeblich nicht wusste, dass der Mann gefährlich war, hat ihn nicht sofort verhaftet.

Er legte daraufhin Berufung ein und das Berufungsgericht vertagte seinen Fall, weil es zu viel Arbeit hatte. Infolgedessen blieb er auf freiem Fuß. Und so trägt auch die Justiz die Schuld an Julies Abwesenheit, glauben ihre Eltern. Man darf gespannt sein, wie der Richter in Brüssel den Fall heute bewerten.

Was bisher geschah

Am 4. Mai 2019 wurde Julie Van Espen von Steve Bakelmans vergewaltigt und ermordet, einem Mann mit einer langen Liste von Verurteilungen wegen Straftaten, die von Diebstahl bis zu Bedrohungen reichen. Außerdem war er zweimal wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Der Fall hat das ganze Land erschüttert. Im Jahr 2019 urteilte der Hohe Rat für Justiz, es sei unverständlich, dass es so lange gedauert habe, bis Steve Bakelmans verurteilt wurde.

Jetzt nutzen Julies Eltern und Geschwister dies als Grundlage für ihre Klage gegen den belgischen Staat. Sie sind der Meinung, dass die Bundesbehörden die Justiz jahrelang vernachlässigt haben und deshalb mitverantwortlich sind für das, was Julie zugestoßen ist.

Der Anwalt der Familie, Stijn Verbist, sagte vor rund einem Jahr schon gegenüber VRT NWS: "Der Mann hätte am 4. Mai 2019 eigentlich inhaftiert sein müssen. Wenn die Behörden nicht versagt hätten, wäre Julie heute noch am Leben."

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