Bei Baggerarbeiten für den neuen Scheldetunnel in Antwerpen wurde im Schlick eine Kanone aus der Zeit Napoleons entdeckt. Die Kanone wird derzeit untersucht und gereinigt. Ziel ist es, sie später an einem Ort mit Bezug zu Napoleon in der Stadt auszustellen.
Kanone aus der Zeit Napoleons bei Baggerarbeiten für Scheldetunnel in Antwerpen entdeckt: „Einzigartiger Fund“
„Letzte Woche erhielten wir eine Meldung von der Firma, die den Baggeraushub verarbeitet, dass im Schlick eine Kanone entdeckt wurde. Derzeit wird die Schelde für den Bau des neuen Scheldetunnels ausgebaggert“, berichtet die Antwerpener Stadtarchäologin Femke Martens.
„Es ist ein großes, gusseisernes Objekt von mehr als drei Metern Länge, auf dem deutlich ein Anker zu erkennen ist. Daher wussten wir sofort, dass es aus der Napoleonischen Zeit stammt. Der Anker war ein Symbol der französischen Kriegsflotte.“
„Wir vermuten, dass es sich um eine 36-Pfünder-Kanone handelt, die Kugeln von 18 Kilogramm verschießen konnte. Diese Kanonen wurden meistens auf Schiffen verwendet und standen auf hölzernen Konstruktionen, um den Rückstoß abzufangen“, erklärt Martens.
Einzigartiger Fund für Antwerpen
„Es ist die erste Kanone dieser Art, die wir in Antwerpen gefunden haben“, betont Martens. „Sie stammt aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert und wurde unweit des Fort du nord entdeckt, einer Festung aus dem Jahr 1811, die unter Napoleon an der Scheldekurve errichtet wurde.“
„Napoleon war für die Stadt von großer Bedeutung. Er legte den Grundstein für Antwerpen als Hafenstadt. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage investierte Napoleon stark in Antwerpen als militärischen Stützpunkt.“
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Die Kanone wird zunächst in das städtische archäologische Depot in Luchtbal gebracht, wo sie weiter untersucht und gereinigt wird. „Langfristig möchten wir die Kanone an einem öffentlichen Ort mit Bezug zu Napoleon ausstellen, beispielsweise an den Scheldekais“, erklärt Martens.
Die Entdeckung sorgt auch für rege Diskussionen unter Archäologen: „Soweit ich weiß, haben wir in Antwerpen noch nie eine solche Kanone gefunden. Wir stehen bereits mit Kollegen in Brüssel und den Niederlanden in Kontakt, um herauszufinden, ob sie vergleichbare Stücke besitzen.“ In den Niederlanden seien solche Kanonen etwas häufiger zu finden.

