Die neue flämische Landesregierung will eine „selbstbewusste Sprachenpolitik“ in Brüssel führen, um so den Wissensstand und den Gebrauch der niederländischen Sprache in der belgischen und flämischen Hauptstadt zu fördern. Flanderns Landesministerin für Brüsseler Angelegenheiten Cieltje Van Achter (N-VA, Foto) will z.B. die Kommunalverwaltungen und das Gesundheitswesen direkt ansprechen, wie die Nachrichtenplattform BRUZZ meldet.
"Totalplan" der flämischen Landesregierung zur Förderung der niederländischen Sprache in Brüssel
Flanderns Brüssel-Ministerin Van Achter von den flämischen Nationaldemokraten N-VA kündigte einen „Totalplan“ zur Förderung des Niederländischen in der Hauptstadt an, der im kommenden Jahr auf den Weg gebracht wird. Dabei arbeitet sie mit dem „Haus für Niederländisch“ in Brüssel zusammen, „dass über die geeignete Expertise verfügt. Dieser Totalplan besteht aus zwei Schwerpunkten: Sprachförderung und Einhaltung der Sprachgesetzgebung.
„Wir wollen in Brüssel die Kraft der niederländischen Sprache in den Fokus rücken und mit Sprachunterrichten und -förderung ein positives Klima für die Einhaltung der Sprachgesetzgebung schaffen“, so Van Achter. Wenn mehr Menschen in Brüssel Niederländisch sprechen und dieser Sprache positiv gegenüberstehen, sei es auch einfacher, die Sprachrechte der Niederländischsprachigen in der Hauptstadt zu respektieren, so ihre Begründung: „Wenn mehr Schalterbeamte Niederländisch sprechen, ist das schon ein Gewinn.“
"Selbstbewusste Herangehensweise"
Für die Einhaltung der Sprachgesetzgebung in der flämischen und belgischen Hauptstadt - der zweite Schwerpunkt - stellt sich die Sache eher eingeschränkt dar. Diese unterliegt der belgischen Bundes- und der Brüsseler Regionalregierung. Doch Brüssel-Ministerin Van Achter möchte sich davon nicht aufhalten lassen. Sie geht den Weg einer „selbstbewussten Herangehensweise“, bei der sie sich mit dem Kolleg der sogenannten „Gemeinschaftlichen Gemeinschafts-Kommission“ (GGC) zusammensetzen will, die u.a. für die Zweisprachigkeit - Niederländisch und Französisch - in den Krankenhäusern der öffentlichen Hand zuständig ist.
Cieltje Van Achter will die Einhaltung der Brüsseler Sprachgesetzgebung zu Gunsten des Niederländischen auch bei den einzelnen Gemeindeverwaltungen und den regionalen Gesundheitseinrichtungen selbst zur Sprache bringen: „Wir erinnern und noch alle an die Geschichte von ‚Baby Cisse‘, die starb, weil weder die Notärzte, noch das Krankenhauspersonal mit den Eltern Niederländisch sprechen konnten. So etwas ist natürlich nicht hinnehmbar.“
Weitere Möglichkeiten oder Instrumente sind die Durchführung von Sprachmessungen in den Krankenhäusern oder die juristische Unterstützung von Bürgern, die sich durch mangelnden Respekt vor der niederländischen Sprache diskriminiert fühlen.
Was sagt das flämische Koalitionsabkommen zur niederländischen Sprache in Brüssel?
„Die flämische Regierung wacht über unsere Sprache in Brüssel und über die Rechte der Flamen. Die gesetzliche Zweisprachigkeit in der Hauptstadt von Flandern wird seit Jahrzehnten mit Füßen getreten. Wir setzen voll und ganz auf eine selbstbewusste Herangehensweise, um die Grundrechte der Flamen in unserer Hauptstadt zu sichern.“
