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Kriegsgeschichte 1914-1918: Eine Ausstellung reist durch deutsche Städte mit Straßennamen, die auf Langemark verweisen

Die Universität von Kent, das Museum In Flanders Fields aus Ypern und die Gemeinde Langemark-Poelkapelle haben eine Ausstellung über deutsche Straßennamen mit Bezug zu Langemark zusammengestellt. Die Ausstellung wird durch deutsche Städte reisen, in denen es noch eine „Langemarckstraße“ oder einen „Langemarckplatz“ gibt. „Es gibt zwei Möglichkeiten, mit der Geschichte umzugehen: Sie auszulöschen oder sie zu bewahren und zu erklären“, sagte Schöffe Laurent Hoornaert aus der westflämischen Gemeinde Langemark gegenüber dem VRT-Sender Radio 2.

Andreas Kockartz
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Jeder, der schon einmal durch eine deutsche Stadt gelaufen ist, ist vielleicht auch schon durch eine Langemarckstraße oder über einen Langemarckplatz gegangen, ohne es zu wissen. Obwohl die meisten dieser Straßennahmen verschwunden sind, gibt es sie noch in 33 deutschen Städten, vor allem im Westen des Landes. Und alle beziehen sich auf die eine westflämische Gemeinde: Langemark.

Oder besser gesagt, auf die Erste Schlacht von Ypern. Dort endete im Herbst 1914 der deutsche Vormarsch im Westen. Die deutsche Armee erlitt dort schwere Verluste, doch „Langemarck“ wurde für die Deutschen zur Geschichte des heroischen Scheiterns. Der militärische Rückschlag wurde in einen moralischen Sieg umgedeutet.

Der Langemarck-Mythos

So entstand der Langemarck-Mythos, der von der Selbstaufopferung der deutschen Jugend handelt. Junge Freiwilligenregimenter sollen freiwillig in den Tod gestürmt sein und während des Angriffs die deutsche Nationalhymne gesungen haben.

Die Ausstellung reist in deutsche Städte, deren Straßennamen sich auf die Langemark beziehen

Nach dem Ersten Weltkrieg, während der Weimarer Republik, entstanden in Deutschland viele Langemarck-Straßen. Aber erst im Dritten Reich ab etwa 1932 wurde Langemark zu einem staatlich geförderten Mythos erhoben. Hitler inszenierte sich sogar als Veteran der Schlacht von Ypern und besuchte auch den deutschen Soldatenfriedhof in Langemark.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Straßen mit diesem flämischen Ortsnamen umbenannt, um Hinweise auf die nationalsozialistische Vergangenheit zu beseitigen. Vor allem in Ostdeutschland, sprich in der DDR, wurden alle sichtbaren Erinnerungen an „Langemarck“ schnell entfernt. In Westdeutschland herrschte Verwirrung. Viele Straßen mit diesem Namen wurden umbenannt, aber in etwa 30 Städten und Gemeinden wurde der Straßenname beibehalten.

Forderung, den Namen nicht zu ändern

Auch heute noch will Deutschland die Erinnerung an „Langemarck“ loswerden. „Man kann es mit der Diskussion um die Statuen von Leopold II. in Belgien vergleichen“, sagt Schöffe Laurent Hoornaert von der lokalen Partei TOPE 8960 im westflämischen Langemark. Deshalb hat die Universität Kent gemeinsam mit dem Museum In Flanders Fields und der Gemeindeverwaltung von Langemark-Poelkapelle im Jahr 2022 die Initiative ergriffen und die deutschen Städte angeschrieben, um sie zu bitten, diesen Namen nicht zu ändern, sondern ihn korrekt zu benennen.

Einige dieser deutschen Städte haben den Vorschlag angenommen und einen QR-Code neben den entsprechenden Straßen- oder Platznamen angebracht. Dieser QR-Code verweist auf die Entstehungsgeschichte des Straßennamens, macht aber auch deutlich, dass die Stadt Ypern und die Gemeinde Langemark-Poelkapelle mit dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor allem den Geist des Friedens vermitteln wollen.

Wanderausstellung

Jetzt bekommt das Projekt eine Fortsetzung. Die drei Initiatoren haben eine Wanderausstellung konzipiert: „Langemackstraße - Geschichtsmissbrauch oder gemeinsame Erinnerung“.

„Wir sehen sogar, dass Gemeinden und Städte zusätzliche Initiativen organisieren, wie zum Beispiel Schilder mit Erklärungen, ohne dass man sein Smartphone zücken muss“, sagt Hoornaert: „Aber noch haben nicht alle Kommunen mitgemacht. Wir hoffen, dass wir auch sie überzeugen können.“

Eine Langemarckstraße irgendwo in Deutschland

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