Die scheidende belgische Vizepremierministerin und Ministerin für den öffentlichen Dienst, die stellvertretende Vorsitzende der flämischen Grünen (Groen) Petra De Sutter ist keine Kandidatin für den Vorsitz der Grünen. Dies gab sie diese Woche bekannt: „Die Grünen brauchen einen Vorsitzenden, der eine klare Richtung vorgibt.“
Belgiens scheidende Vizepremierministerin Petra De Sutter steht für den Vorsitz der flämischen Grünen nicht zur Verfügung
Ihrer Meinung nach brauche die Partei „ein anderes Profil“ als Vorsitzende. Petra De Sutter wurde wiederholt als Nachfolgerin der beiden Groen-Co-Vorsitzenden Nadia Naji und Jeremie Vaneeckhout genannt. Diese hatten Mitte Oktober ihren Rücktritt angekündigt.
Derzeit stehen keine Kandidaten für den Vorsitz der flämischen Grünen bereit. Bis zum nächsten Montag nimmt die Partei entsprechende Kandidaturen entgegen.
Petra De Sutter, die erste Transfrau in einer Regierung in Europa, steht also nicht zur Verfügung, wie sie am Mittwoch wiederholte: „Ich habe sehr gründlich darüber nachgedacht, was gebraucht wird. Wir brauchen eine scharfe grüne Oppositionspartei mit starke Ideen und mit einer Führung, die auch wissen muss, wann man sich zurückhält. Ich verhandle eigentlich gerne, aber was die Partei jetzt braucht, ist ein schärferer Kurs.“
Belgiens scheidende Energieministerin Tinne Van der Straeten bemerkte dagegen gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard, dass Groen wieder voll auf das Klima als Kernthema setzen sollte.
Was denken die jungen flämischen Grünen?
Daan Reydams, der neue Ko-Vorsitzende der Jungen Grünen, hat bereits „großen Respekt“ vor De Sutters Wahl „und vor der Arbeit, die sie bereits für die Partei geleistet hat“.
Laut Reydams muss der nächste Vorsitzende vor allem jemand sein, der zeigen kann, dass „Grün in der flämischen und belgischen politischen Landschaft gebraucht wird“. Es muss jemand sein, der eine „kämpferische“ Haltung zu grünen Themen einnimmt, der aber gleichzeitig auch die verschiedenen Themen, die für die Grünen wichtig sind, „verbinden“ kann. „Jemand, der die Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf der Grundlage grüner Rezepte schüren kann“, so Reydams.
Die jungen flämischen Grünen von „Jong Groen“ selbst stellt keinen Kandidaten oder ein Kandidatenduo auf. „Wir ermutigen junge Leute, so viel wie möglich an den Vorstellungsrunden der Kandidaten teilzunehmen“, sagte Reydams. Gleichzeitig fordert er die möglichen Kandidaten auf, mit diesen jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.
