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Mehrere Frauen protestierten in Unterwäsche vor der iranischen Botschaft in Brüssel

Das „Collectif des Femmes“, eine Frauenrechtsorganisation aus Belgien, hatte für Dienstagabend zu einer Protestversammlung vor der iranischen Botschaft in der Franklin Roosevelt Avenue in Brüssel aufgerufen. Dort forderten dutzende Frauen die Freilassung von Ahou Daryaei, einer iranischen Studentin, die sich kürzlich in Teheran aus Protest gegen das Regime entkleidet hatte, dann aber sofort verhaftet wurde.

Andreas Kockartz Belga
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„Wir sind feministisch, radikal und wütend“, skandierten etwa 35 Frauen. Sie forderten die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ahou Daryaei und wollten mit ihrer Aktion „allen unterdrückten Frauen im Iran zeigen, dass sie nicht allein sind“. Mehrere Frauen protestierten in Unterwäsche - eine Anspielung auf die Aktion von Daryaei, die sich Anfang Novmber bis auf die Unterwäsche ausgezogen und vor der Aza-Universität in Teheran protestiert hatte.

Dort wurde sie von der iranischen Sittenpolizei verhaftet und ist seitdem spurlos verschwunden. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die iranischen Behörden bereits dazu aufgefordert, Daryaei freizulassen. Mehr über ihre Situation ist derzeit nicht bekannt.

Psychische Störung

Die 30-jährige Doktorandin wurde seit der Aktion international für ihren Mut und ihre Kühnheit gelobt. Inzwischen soll Ahou Daryaei in ein geschlossenes Zentrum für Patienten mit psychischen Störungen eingewiesen worden, so die jungen Brüsseler Demonstrantinnen. Sie wollen Daryaei und allen iranischen Frauen Mut machen und Unterstützung für ihren Kampf zeigen.

Die jungen Frauen unterstützen die Forderung von Amnesty International nach Daryaeis sofortiger Freilassung und fordern darüber hinaus die Freilassung aller inhaftierten iranischen Frauen. „Wir sind hier, um alle unterdrückten Frauen und Ahoe Daryaei zu unterstützen und ihre sofortige Freilassung zu fordern. (...) Wir müssen Daryaeis Stimme mehr Gehör verschaffen und ihre Aktion darf nicht vergessen werden“, sagte die Organisatorin Marie-Lou.

"Wir sind nicht naiv"

Die meisten Frauen zogen sich bis auf die Unterwäsche aus, wie auch Daryaei selbst. „Dies ist ein langfristiger Kampf. Natürlich sind wir nicht naiv und wissen, dass diese Aktionen Daryaei nicht befreien werden. Für mich bleibt es aber wichtig, darüber zu sprechen und das Bewusstsein dafür zu schärfen“, sagte eine weitere Organisatorin des Protestes an der iranischen Botschaft in Brüssel.

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