Die Verpflichtung, bis zum 30. Juni 2025 Solaranlagen auf den Dächern von Unternehmen zu installieren, ist nicht einzuhalten. Dieser Ansicht sind gleich mehrere Wirtschaftsverbände in Flandern. Sie bitten die neue Landesregierung darum, diese Verpflichtung zu überdenken. Flanderns neue Energie- und Umweltministerin Melissa Depraetere von den flämischen Sozialisten Vooruit verspricht, den entsprechenden Rahmen anzupassen.
Flanderns Industrie fordert, dass die Landesregierung die Verpflichtung zur Installation von Solaranlagen überdenkt
Unternehmen in Flandern, die pro Jahr mehr als 1 Gigawattstunde Elektrizität verbrauchen, sind dazu verpflichtet, bis Ende Juni 2025 Sonnenpanelen auf den Dächern ihrer Gebäude zu installieren. Nach Ansicht des flämischen Arbeitgeberverbandes VOKA und anderer Wirtschafts- und Sektorenverbände sind davon tausende Unternehmen betroffen.
Doch die Verbände kritisieren diese Verpflichtung, denn schon technisch sei dies nicht umsetzbar. Auf zahlreichen Firmendächern würden sich bereits technische Anlagen befinden und nicht zuletzt würden einige dieser Unternehmen im Schatten liegen.
Das Gesetz sieht keine Alternativen vor
Zudem würde diese gesetzliche Verpflichtung zu wenig Alternativen vorsehen, denn nicht immer sein Solarenergie die ideale Lösung für die Stromproduktion von und in Unternehmen. Z.B. die Chemieindustrie produziere bereits Elektrizität über Kraft-Wärme-Kopplung. Überdies würden negative Strompreise dafür sorgen, dass sich Solarenergie nicht immer rentiere. Investitionen für den Bau von Solaranlagen würde die Rentabilität von Unternehmen noch mehr unter Druck setzen.
„Wir bitten darum, dass die flämische Landesregierung die bestehende PV-Verpflichtung überdenkt, die Nachlässigkeit herausnimmt, den Umsetzungstermin überdenkt und mit den Unternehmen das Gespräch sucht, um einen durchführbaren Rahmen zu stecken“, sagte Hans Maertens, der CEO des flämischen Arbeitgeberverbandes VOKA zu dem Problem.
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Die Ministerin reagiert
In einer Reaktion auf die Kritik der Wirtschafts- und Industrieverbände sagt Flanderns neue Energie- und Umweltministerin Melissa Depraetere (Vooruit), dass auch die Großindustrie ihren Teil zu den Investitionen in erneuerbare Energie beitragen müsse. Sie sieht aber ein, dass dies für die betroffenen Unternehmen auch umsetzbar sein muss. Dabei erkennt sie auch, dass es im Bereich Solartechnik durchaus auch zu Lieferproblemen kommen könne.
„Wenn Unternehmen belegen können, dass sie fristgerecht die notwendigen Maßnahmen ergriffen haben, werden keine Bußgelder auferlegt. Daneben werden alternative Investitionen in erneuerbare Energiequellen in Flandern auch berücksichtigt. Große Unternehmen, die keine Mühen an den Tag legen, und die Rechnung an die flämischen Bürger weiterreichen, werden allerdings mit Bußgeldern belegt“, so die Ministerin.
