Pierre Vandebuerie (69) aus Westvleteren in Westflandern geht als Holzrücker in den Ruhestand. 35 Jahre lang hat er Zugpferde eingesetzt, um gefällte Bäume aus dem Wald zu holen, aber jetzt geht er in den Ruhestand. 2 Jahre lang hat er 2 jüngere Männer ausgebildet, die diesen nicht ganz alltäglichen Beruf übernehmen sollen. „Meines Wissens sind wir die einzigen Holzrücker mit Zugpferden in Flandern“, sagt Pierre.
Westvleteren: Holzrücker mit Zugpferden geht in den Ruhestand und übergibt den Stab zwei Nachfolgern
Die flämische Landesagentur für Natur und Wald (ANB) muss sich von einer bekannten Persönlichkeit verabschieden. Nach einer 35-jährigen Karriere als Holzrücker geht Pierre Vandebuerie aus Westvleteren in den Ruhestand. „Ein Holzrücker holt mit Zugpferden Bäume aus dem Wald an schwer zugänglichen Stellen“, erklärt Pierre: „Das sind Stellen im Wald, an die Maschinen nicht herankommen oder wo der Boden zu weich für schweres Gerät ist.“
Als der Ruhestand näher rückte, drohte Flandern, das Holzrücken mit Pferden verlorenzugehen, aber eine Initiative mit dem Titel „Zugpferde, jetzt und in Zukunft“ brachte Rettung. Das Projekt „Meisterlehrling“ der flämischen Landesregierung zielt auf die Weitergabe von Handwerkskunst ab.
Zwei Jahre Ausbildung
Zwei Jahre lang hat Pierre deshalb Ward Vervaeke (46) aus Kruisem in Ostflandern und Bavo Weytens (39) aus Zedelgem in Westflandern unter seine Fittiche genommen: „Ich bin froh, dass sie die Aufgaben übernehmen können“, sagt Pierre. „Das Feuer brennt immer noch in mir, die Leidenschaft ist immer noch da, aber körperlich wird das alles etwas schwieriger. Bei Ward und Bavo helfe ich noch ab und zu mit, aber das tagelange Schleppen von Bäumen ist zu anstrengend geworden.“
„Ward und Bavo haben definitiv eine Zukunft. Zugpferde in der Forstwirtschaft sind wichtig“, meint Pierre: „Der Boden ist wegen der globalen Erwärmung und des vielen Regens sumpfiger geworden. Wir haben immer weniger lange Kälteperioden, die den Boden hart machen. Pferde sind umweltfreundlich und sie sind leiser als Maschinen.“
