An Wochenenden werden kaum Kontrollen auf Drogen und Alkohol am Steuer durchgeführt. Ein Beitrag der VRT-Magazinreihe „Pano“, der am Dienstagabens gesendet wird, stellt fest, dass mehr als 40 % der Verkehrsunfälle, die sich in Wochenendnächten ereignen, mit Drogen oder Alkohol in Verbindung gebracht werden können. „Pano“ arbeitete dazu mit dem belgischen Statistikamt Statbel und mit der Univrsität Gent (UGent) zusammen.
Flandern und Brüssel: Kaum Alkohol- und Drogenkontrollen an den Wochenenden
„Im Allgemeinen verbessert sich die Sicherheit im Straßenverkehr dank strengerer Geschwindigkeitsvorschriften, besserer Infrastruktur und sichererer Autos“, sagt Stef Willems vom belgischen Institut für Verkehrssicherheit VIAS zu dem Ergebnis dieser „Pano“-Recherche: „Aber beim Alkohol sind die Fortschritte nach wie vor mühsam. Außerdem zeigt unsere Verhaltensstudie, dass Fahrer über 25 Jahre genauso oft unter Alkoholeinfluss fahren wie früher.“
Auffallend sind auch die großen Unterschiede zwischen den Regionen in der Hauptstadt-Region Brüssel und in Flandern. So ist die Wahrscheinlichkeit eines alkoholbedingten Unfalls in bestimmten Bezirken in Ost- und Westflandern mehr als doppelt so hoch wie in der Provinz Antwerpen.
Keine zentrale Datenbank
Die lokalen Polizeizonen haben zwar ihre eigenen Zahlen über die Anzahl der Kontrollen, aber diese werden nirgendwo zentral verwaltet und analysiert. Nach Ansicht von Experten sind Kontrollen von entscheidender Bedeutung, um Menschen unter Alkoholeinfluss vom Straßenverkehr fernzuhalten. Und dafür sind Zahlen sehr wichtig, aber sie fehlen oft.
„Der Austausch und die Analyse von Informationen war für die Polizei schon immer ein Problem“, sagt die Kriminologin und Expertin für Polizeiarbeit, Prof. Sofie De Kimpe von der flämischen Freien Universität Brüssel (VUB): „Früher gab es bei der föderalen Polizei einen Dienst, der einen viel besseren Überblick über die Geschehnisse in den lokalen Polizeizonen bot. Aber dieser Dienst wurde aus Spargründen abgeschafft.“
