Drei Jahre früher als geplant streicht die neue flämische Landesregierung die Erleichterung für Arbeitgeber, die ältere Arbeitnehmer weiterbeschäftigen. Ab dem 1. Juli 2025 werden diese Arbeitgeber keine Ermäßigung der entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge mehr erhalten. Dies schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd in ihrer Dienstagsausgabe. Dadurch wird die Landesregierung 41 Mio. € pro Jahr einsparen.
Flandern streicht die Senkung der Abgaben für ältere Arbeitnehmer bei den Arbeitgebern
Schon bei der Vorstellung ihres Koalitionsabkommens hatte die flämische Regierung bereits angekündigt, dass sie die Rabatte auf die Abgaben für Arbeitnehmer über 62 Jahre abbauen werde, doch jetzt werden die Details für das Haushaltsjahr 2025 bekannt.
Für einen Arbeitnehmer im belgischen Bundesland Flandern, der älter als 62 Jahre ist und der in Teilzeit 80 % arbeitet, bedeutet dies, dass der Arbeitgeber pro Quartal 1.500 € weniger an Abgaben zahlt. Die neue flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA) argumentiert jedoch, dass die Arbeitgeber aufgrund der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt kaum geneigt sein werden, ältere Menschen zu entlassen, wenn der Rabatt gestrichen wird: „Die meisten Menschen würden heute auch ohne diesen Rabatt arbeiten.“
„Die Politiker wissen doch sicher, dass die Lohnkosten ein Problem für unsere Wettbewerbsfähigkeit sind. Sie vergessen, dass von allen Arbeitnehmern die über 60-Jährigen am teuersten sind“, sagte der Geschäftsführer des Selbstständigen-Verbandes für Flandern und Brüssel Unizo, Danny Van Assche, gegenüber De Tijd. Demir zeigt Verständnis für dieses Argument, aber sie verweist auf die geplante Steuerreform auf belgischer Bundesebene zu den Abgaben bzw. den Nebenkosten auf Arbeit.
