Die Opfer der Terroranschläge in Brüssel vom 22. März 2016 erhalten insgesamt mehr als 18 Millionen Euro an Entschädigungen. Das berichten VRT NWS und die Presseagentur Belga. Das Gericht ging dabei gründlich vor und begründete die Höhe der Summe für jedes einzelne Opfer separat.
Opfer der Anschläge in Brüssel erhalten Entschädigungen in Höhe von insgesamt 18 Millionen Euro
Eine Entscheidung über die Entschädigungen im Terror-Prozess fiel bereits am 31. Oktober. Die Vorsitzende Richterin, Laurence Massart, verlas das Urteil jedoch nicht vollständig, sodass die Gesamtsumme zunächst unklar blieb.
Nach Berechnungen beläuft sich die Gesamtsumme nun auf 18.417.012,95 Euro für knapp 1.000 Opfer, einschließlich der Kosten für Gutachten durch Sachverständige. Für einige Betroffene handelt es sich jedoch vorerst nur um eine symbolische Entschädigung in Höhe von einem Euro, sodass der endgültige Betrag voraussichtlich noch steigen wird. Außerdem sind die genannten Beträge zusätzlich um Zinsen seit 2016 zu erhöhen.
Insgesamt hatten sich 1.023 Zivilkläger gemeldet. Die höchste Entschädigungssumme wird an den belgischen Staat ausgezahlt, der 2.601.386,13 Euro erhält. Auch die Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB/MIVB erhält eine große Summe, nämlich 1.547.839,52 Euro.
Bemerkenswert ist dabei, dass das Gericht sehr sorgfältig arbeitete und für jedes Opfer eine individuelle Begründung für die Entschädigungssumme formulierte.
Der strafrechtliche Teil des Prozesses wurde bereits am 15. September 2023 abgeschlossen. Osama Krayem, Bilal El Makhoukhi und Oussama Atar wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Mohamed Abrini erhielt dreißig Jahre und Ali El Haddad Asufi zwanzig Jahre Haft. Salah Abdeslam und Sofien Ayari erhielten keine zusätzlichen Strafen, da sie bereits für den Schusswechsel in der Driesstraat in Vorst verurteilt worden waren. Hervé Bayingana Muhirwa erhielt eine zehnjährige Haftstrafe. Bei den Anschlägen vom 22. März 2016 kamen 35 Menschen ums Leben und 691 weitere wurden verletzt.
