In Belgien werden wieder so viele HIV-Infektionen wie vor Corona diagnostiziert. Das geht aus einem neuen Bericht des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano hervor. Im vergangenen Jahr wurde bei 665 Menschen HIV diagnostiziert, das Virus, das Aids verursachen kann. Das sind 13 %t mehr Diagnosen als im Jahr 2022 und ein Anstieg im dritten Jahr in Folge. Die Zahlen zeigen, dass Prävention weiterhin wichtig ist. Die Corona-Pandemie ist nur ein Teil der Erklärung.
Im vergangenen Jahr wurde bei 665 Menschen in Belgien festgestellt, dass sie HIV haben. Das ist ein Anstieg um 13 % im Vergleich zu 2022. Die Zahl der Diagnosen steigt also wieder seit 3 Jahren in Folge. Die Corona-Periode spielt dabei wohl noch eine Rolle. Sie sorgte für einen starken Rückgang der Zahl der Diagnosen im Jahr 2020, wonach die Zahlen allmählich aber wieder anstiegen. Dadurch liegt die Zahl der Diagnosen im Jahr 2023 wieder auf dem Niveau vor Corona (674 Diagnosen im Jahr 2019).
Dennoch bezeichnet Sciensano den Anstieg als „besorgniserregend“. „HIV bleibt eine unheilbare Krankheit, die eine lebenslange Medikation erfordert“, erklärt die Wissenschaftlerin Jessika Deblonde.
Neben Corona sieht Deblonde aber auch einige andere Erklärungen für den Anstieg: „Wir stellen fest, dass die Prävention manchmal noch schwierig ist. So sind sich die Menschen beispielsweise nicht immer bewusst, dass sie einem HIV-Risiko ausgesetzt sind. Die Leute benutzen auch weniger Kondome. Und außerdem werden immer noch nicht genügend Menschen mit Prep erreicht. Das ist eine Pille, die man einnehmen kann, um eine mögliche Infektion zu vermeiden.“
Auch mehr Aids festgestellt
Im Jahr 2023 wurde zudem bei 92 Personen in Belgien Aids diagnostiziert. Auffallend: Das ist die höchste Zahl seit 2015, so Deblonde: „Die Meldung von Aids-Diagnosen hat sich in den letzten Jahren verbessert. Die meisten Neudiagnosen erfolgen heute zum Zeitpunkt der HIV-Diagnose selbst. Das bedeutet also, dass die HIV-Diagnose sehr spät erfolgt.“
