Belgiens scheidende Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) gratulierte Trump zum Wahlsieg via X. Der flämische Liberale schrieb, dass er sich auf die Stärkung der Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten freue. Auf transatlantischer Ebene würden „starke Bündnisse“ benötigt, „um die aktuellen globalen Herausforderungen zu bewältigen und unseren Wohlstand zu sichern“, so De Croo.
Politische Reaktionen aus belgischer Sicht auf den Wahlsieg von Donald Trump
Während der Anhörung im Europäischen Parlament wurde Belgiens scheidende Außenministerin und designierte belgische EU-Kommissarin Hadja Lahbib von den frankophonen Liberalen MR auch zum Trump-Sieg befragt. „Wie auch immer, wir werden die demokratische Wahl der Amerikaner respektieren“, so ihre Reaktion. Und sie verwies auch auf die wichtigen transatlantischen Beziehungen. Die USA seien ein wichtiger Partner im Bereich der Menschenrechte und der humanitären Hilfe. Sie werde daher bald mit ihrem amerikanischen Amtskollegen Kontakt aufnehmen, so Lahbib.
Flanderns neuer Ministerpräsident Matthias Diependaele von den flämischen Nationaldemokraten N-VA sagte, Flandern wolle weiterhin in bestem Einvernehmen mit den USA zusammenarbeiten.
Belgiens scheidende Innenministerin Annelies Verlinden von den flämischen Christdemokraten CD&V blieb in ihrer Bewertung des Ausgangs der US-Wahlen zurückhaltend und sagte, dass man jetzt eine gewisse Unsicherheit in Kauf nehmen müsse.
Laut dem Vorsitzenden der rechtsradikalen flämischen Partei Vlaams Belang, Tom Van Grieken, waren Kaufkraft und Migration die entscheidenden Faktoren. Die, die die Interessen der Bürger ignorieren, werden den Preis dafür zahlen, sagt Van Grieken auf X.
Der Co-Vorsitzende der flämischen Grünen (Groen), Jeremie Vaneeckhout, spricht von einem „gigantischen Weckruf“. Seiner Meinung nach werden in den USA jetzt Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Stein für Stein demontiert. Seine Vorsitz-Kollegin Nadia Naji geht noch einen Schritt weiter: „Der Mann, der Hass und Spaltung sät, wird wieder an die Macht kommen. Der Mann, der Abtreibung einschränken, Migranten abschieben, Rechtsstaatlichkeit mit Füßen treten und das Klima ruinieren will.“
Die Europapolitikerin Kathleen Van Brempt von den flämischen Sozialisten Vooruit bezeichnet Trumps Sieg als beunruhigend. Europa müsse nun einen stärkeren eigenen Kurs einschlagen.
Gwendolyn Rutten (Open VLD) zeigt sich gewarnt: „Das Weiße Haus, der Senat und das Repräsentantenhaus sind in den Händen von Trump und MAGA. Das ist Macht. Der amerikanische Wähler hat gesprochen und das Ergebnis ist nicht nur ein Comeback, sondern eine Machtübernahme. Und jetzt: Erwarten Sie das Unerwartete. Es werden 4 unvorhersehbare Jahre sein. Schnallen wir uns an.“
