Das Zivilverfahren zu den Schadensersatzzahlungen an die Opfer und Hinterbliebenen der Brüsseler Anschläge vom 22. März 2016 ist in dieser Woche zu Ende gegangen - rund 8 Jahre nach den Attentaten. Das Verfahren betraf 980 Klagen. Das Urteil wurde am letzten Sitzungstag nicht verlesen, da einige der Beteiligten dies nicht wünschten. Es wird den jeweiligen Betroffenen bzw. deren Anwälten in diesen Tagen zugestellt.
Zivilverfahren zu den Anschlägen auf Brüssel 2016 ohne Verlesung des Urteils
Erst durch diese Zustellung des Urteils werden die insgesamt 1.216 Opfer und Hinterbliebenen, die in dem Zivilprozess in 980 Dossiers als Nebenkläger aufgetreten waren, erfahren, welchen Schadenersatz sie erhalten werden. Dabei handelt es sich in erster Linie um ein symbolisches Urteil, denn die Verurteilten in dem Prozess werden den Schadenersatz nicht zahlen können.
Jetzt folgt für die Betroffenen, die eine Entschädigung zugesprochen bekamen, ein langer Weg durch die Verwaltungsinstanzen, um an ihr Geld zu kommen. Diese Entschädigungen werden wohl aus Mitteln der öffentlichen Hand gewährt.
Diese letzte Sitzung dauerte nur wenige Minuten und darauf reagierten einige der Anwesenden enttäuscht. Die vorsitzende Richterin gab an, dass sie nicht das ganze Urteil vorlesen würde, da dies einige der klagenden Parteien nicht wünschen würden. Dass sie allerdings an diesem letzten Sitzungstag nach monatelangen Verhandlungen gar nichts zu dem Vorgang sagte, empfanden einige der Betroffenen als Ohrfeige. Sie warfen der belgischen Justiz einen Mangel an Empathie vor.
Beim Strafrechtsprozess waren acht Angeklagte zu teilweise sehr langen Haftstrafen verurteilt worden.
Vor acht Jahren, am 22. März 2016, verübten Terroristen zwei Anschläge, einen am Brüsseler Flughafen Zaventem (Flämisch-Brabant) und den anderen an der Metrostation Maalbeek in Brüssel. Insgesamt starben 35 Menschen und rund 340 Personen wurden zum Teil schwerstens verletzt. Die fünf Terroristen, die die Anschläge verübten, standen in Verbindung mit der der islamistischen Terrorgruppe IS. Alle fünf waren nach Europa zurückgekehrt, nachdem sie in Syrien für IS gekämpft hatten.
