Die Schaffung von Arbeitsplätzen in Belgien ist ins Stocken geraten. Dies schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd am Donnerstag auf der Grundlage einer Analyse der jüngsten Beschäftigungszahlen der Belgischen Nationalbank (BNB). Die Gesamtbeschäftigung war im zweiten Quartal dieses Jahres niedriger als in den drei Monaten davor. Dies ist der erste Rückgang seit Anfang 2020 und dem Beginn der Corona-Pandemie in diesem Bereich. Die Daten für das dritte Quartal stehen noch aus.
Der "Jobmotor" in Belgien stottert - Weniger neue Arbeitsplätze
Der belgische „Jobmotor“ hat sich schon seit einiger Zeit verlangsamt, aber ein Rückgang der Beschäftigung auf Quartalsbasis ist bemerkenswert. Eine solche Entwicklung wurde in unserem Land seit 2010 nur sechsmal registriert: Jeweils zweimal in den Jahren 2012 und 2013 sowie in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2020. Nach Jahren zunehmendem Druck auf dem Arbeitsmarkt (Stichwort Fachkräftemangel) scheint nun die Trendwende eingeleitet zu sein. Vor allem die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Industrie erlitt einen deutlichen Knacks. Im zweiten Quartal 2024 zählte die Nationalbank rund 3.500 neue Arbeitsplätze weniger als in den drei Monaten zuvor.
Das Jahr 2024 wird auch von zahlreichen Umstrukturierungen und Konkursen geprägt sein: Van Hool, Ontex, Beaulieu, Audi Brüssel und Janssen Pharmaceutica. Die Gesamtzahl der Konkurse im belgischen Bundesland Flandern war für diese Jahreszeit noch nie so hoch wie jetzt und steuert auf einen Rekord zu.
In den meisten Sektoren war in der ersten Jahreshälfte kaum ein Beschäftigungswachstum zu verzeichnen. Am Bau, im Handel und im Hotel- und Gaststättengewerbe ging die Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich zurück. Dies war auch in der Landwirtschaft und Fischerei der Fall. Im öffentlichen Dienst, zu dem auch das Bildungswesen und die Verteidigung gehören, wurden im Quartalsvergleich allerdings netto noch Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.
