Die geschätzten Baukosten für die Oosterweel-Verbindung - mit dieser Verbindung soll der Verkehr in und um Antwerpen bzw. um den Antwerpener Hafen herum langfristig neu geregelt werden - sind auf 10,1 Mia. € gestiegen. Die neue Berechnung liegt um mehr als 3 Mia. € höher als eine Schätzung vor zwei Jahren. Dies geht aus den jüngsten Berechnungen des Bauträgers Lantis hervor, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet.
Die Baukosten der Oosterweel-Verbindung steigen durch Inflation und PFAS auf über 10 Mia. €
Eine letzte Schätzung aus dem Jahr 2022 ging von Gesamtkosten in Höhe von 6,8 Mia. € für aus - einschließlich des Baus des neuen Schelde-Tunnels. Abgesehen von der Inflation bei den Baukosten (770 Mio. €) wird die Beseitigung der PFAS-Umwelt-Verschmutzung (durch das Chemiewerk von 3M in Zwijndrecht bei Antwerpen), die an der Baustelle entdeckt wurde, viel Geld kosten, so De Tijd.
Lantis muss nicht nur das mit den biologisch nicht abbaubaren und giftigen PFAS-Stoffen verunreinigte Grundwasser reinigen (810 Mio. €). Diese Umweltverschmutzung verursacht dem Bauunternehmen auch zusätzliche Kosten für die Entsorgung der kontaminierten Erde (410 Mio. €, Video unten). Hinzu kommen zusätzliche Kosten für die Beseitigung von Asbest (140 Mio. €), zusätzliche umwelttechnische Anforderungen in Genehmigungsverfahren (440 Mio. €) und eine halbe Milliarde Euro für die vertragliche Risikoverteilung mit den Auftragnehmern.
Lantis hat 2018 mit der flämischen Landesregierung vereinbart, dass der Bauträger einen Teil der Kosten mit eigenen Mitteln bzw. Einnahmen tragen wird. Diese fließen schon jetzt aus Mautgebühren im Liefkenshoek-Tunnel und später aus den neuen Tunneln. Die zusätzlichen Kosten für die flämische Regierung drohen das Haushaltsdefizit in die Höhe zu treiben, obwohl die Europäische Union Flandern zugesteht, die Oosterweel-Investitionen aus der Bilanz herauszuhalten.

