Es laufen immer noch Gespräche mit einem potenziellen Investor für das Audi-Werk in der Brüsseler Gemeinde Vorst. Dies teilten die Gewerkschaften und die Unternehmensleitung im Anschluss an eine außergewöhnliche Betriebsratsversammlung mit. Die Direktion kündigte allerdings auch an, die Produktion in dem am Brüsseler Adi-Standort am 28. Februar 2025 einzustellen.
Audi Brussels: Produktionsende im Februar 2025 - Gespräche mit potenziellem Investor für das Werk
„Audi Brussels steht derzeit in Kontakt mit einem potenziellen Investor“, bestätigte Peter D'hoore, der Sprecher von Audi Brussels, am Dienstag: „Es handelt sich dabei um einen anderen Investor als den, dem bereits eine Fristverlängerung gewährt worden war. Er kommt aus der Nutzfahrzeugbranche (Lkw und Busse) und war bereits früher von Audi kontaktiert worden.“
Die Gewerkschaften reagieren zurückhaltend. „Es ist noch zu früh, aber wir wollen dem Ganzen eine Chance geben“, sagte Ronny Liedts, Vorsitzender der christlichen Gewerkschaft ACV bei Audi. Es gebe keine Angaben dazu, wie viele der aktuell rund 3.000 Beschäftigten der Fabrik möglicherweise übernommen werden könnten.
"Keine gute Nachricht" - aber Klarheit für die Beschäftigten
„Eine gute Nachricht ist das natürlich nicht“, ergänzt Franky De Schrijver von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV, denn diese komme dann doch schneller als erwartet. Die Tatsache, dass Audi ein Enddatum für die Produktion angekündigt hat, verschafft den betroffenen Arbeitnehmern etwas mehr Klarheit. Sie wissen nun, ab wann sie bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten können.
Normalerweise läuft das letzte Auto, ein Q8 e-tron, am 28. Februar 2025 vom Band. Bis dahin wird das Werk mit zwei Schichten weiterarbeiten. Laut Geschäftsführung sind bis Ende des Jahres keine Entlassungen geplant. Dies versprach auch Sprecher Peter D'hoore.
Ansichten der Sozialpartner liegen "noch weit auseinander"
Die Geschäftsleitung will eine erste (Informations-)Phase im Rahmen des „Renault-Verfahrens“ - ein belgisches Sozialverfahren bei Massenentlassungen, das bei umfassenden Umstrukturierungen mit Massenentlassungen zur Anwendung kommen muss - am 12. November bei einer anschließenden Sonderbetriebssitzung abschließen.
Die Gewerkschaften halten das allerdings nicht für realistisch, weil sie noch über Alternativen zur Werksschließung bzw. über einen Sozialplan diskutieren wollen und hier liegen die Ansichten offenbar „noch weit auseinander“.
