Die Namen von Straßen und Plätzen in Brüssel verraten vieles über die Geschichte von bestimmten Orten. Aber welche Geschichte verbirgt sich hinter einer Straße, die nach einem grünen Hund benannt ist? Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ suchte nach den Hintergründen in ihrer Reihe BigCity.
Hintergrund für diesen Straßennamen ist die Statue „Die Bulldogge von Ulm“, die 1869 nach einem Gipsmodell von Jean-Baptiste Van Heffen angefertigt wurde. Die Statue wurde anlässlich des 75-jährigen Bestehens Belgiens am Eingang des Woluwe-Parks aufgestellt.
Warum der Bildhauer die Gestalt eines Jagdhundes wählte, ist unklar. Man weiß, dass die Statue aus Bronze besteht. Wenn die Bronze im Freien steht, nimmt sie durch den Oxidationsprozess eine grüne Farbe an. Daher wurde die Statue von den Anwohnern und von der Brüsseler Bevölkerung „Grüner Hund“ genannt.
Die Statue am Eingang des Woluwe-Parks war zu einem leicht erkennbaren Treffpunkt geworden. Sie wurde so bekannt, dass sich eine Kneipe auf der anderen Straßenseite „Le Chien Vert“ nannte. Eines der wenigen Überbleibsel dieser Taverne ist nach dem Abriss ein farbenfrohes Buntglasfenster (Foto oben). Es hängt jetzt im Rathaus der Brüsseler Gemeinde Sint-Pieters-Woluwe.
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Die Statue wurde später in den Jubelpark gebracht, wo sie noch heute steht. Das Viertel und eine Straßenbahnhaltestelle in Woluwe-Saint-Pierre heißen aber immer noch Grüner Hund.
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Sumpfiges Grün
Es ist nicht ungewöhnlich - auch nicht in der belgischen Hauptstadt, dass ein Viertel oder eine Straße nach einer Taverne oder einem Gasthaus benannt wird, das dort früher stand. So war das Gasthaus in Sint-Pieters-Woluwe nicht das einzige Café, dass den Namen „Le Chien Vert“. Es soll auch eine „Le Chien Vert“ am Kanal im Stadtzentrum gegeben haben. Dort ist allerdings weniger deutlich, warum genau die Kneipe so hieß.
Dazu werden zwei Geschichten erzählt. Manche Erzählungen geben vor, dass die Taverne nach einer Biersorte benannt wurde, die dort ausgeschenkt wurde - was auch immer das mit grünen Hunden zu tun haben könnte... Andererseits heißt es auch, dass Brüssel noch ziemlich sumpfig war, als die Taverne „Le Chien Vert“ noch existierte, und dass Hunde, die ins Wasser sprangen, grün wurden.
Jedenfalls gibt es am Brüsseler Kanal in der Nähe des Stadtzentrums immer noch die Straße der Grünen Hunde und vor allem das berühmte Stoffgeschäft „Les Tissus du Chien Vert“, was so viel heißt, wie „Die Stoffe vom grünen Hund“.
