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Belgien: Immer mehr Menschen wenden sich von der Katholischen Kirche ab

Im Zeitraum 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024 haben 14.251 Personen in Belgien von der Katholischen Kirche verlangt, aus dem Taufregister gestrichen zu werden. In Belgien kann man nicht aus der Kirche austreten im Sinne des Wortes, doch man hat die Möglichkeit, sich „enttaufen“ zu lassen. Diese Zahl ist enorm hoch, denn normalerweise lassen sich in unserem Land jährlich „nur“ etwa 1.200 Menschen aus den Taufregistern streichen. Grund für diese Entwicklung ist mit Sicherheit auch eine VRT-Sendereihe zum sexuellen Missbrauch in der Kirche und dem Umgang mit diesem Thema innerhalb dieser.

Andreas Kockartz
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Doch die jüngsten Zahlen sind auf die Ausstrahlung der VRT-Sendereihe „Godvergeten“ („Gottvergessen“) im September 2023 zurückzuführen, in der unsere TV-Kollegen über den sexuellen Missbrauch in der Kirche berichteten (auch anhand von zahlreichen teilweise schockierenden Aussagen von Opfern) und darüber, wie dort mit diesem Thema umgegangen wurde und wird.

Rund 98 % dieser „Kirchenaustritte“ im oben genannten Zeitraum wurden in Flandern beantragt und hier insbesondere im Bistum Mechelen-Brüssel. Mit den Anträgen auf „Enttaufung“ reagierten viele Zeitgenossen in unserem Land wohl auch aus Abscheu auf die Geschehnisse und auf die „Schweigekultur“ in den Bistümern in der Vergangenheit.

Zahlreiche neue Missbrauchsmeldungen

Eine weitere auffallende Zahl im Jahresbericht der Kirche ist, dass im gleichen Zeitraum weitere 218 Meldungen von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche registriert wurden. Das war mehr oder weniger eine Verfünffachung entsprechender Meldungen im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum davor. Dies betraf in erster Linie Missbrauchsfälle in den 1950er, 1960er und 1970er-Jahren.

Laut der Kirche habe „Godvergeten“ für einen „positiven Effekt“ dahingehend gesorgt, dass solche Fälle noch ans Tageslicht kommen. Sie verweist dabei aber auch auf eigene „unabhängige“ Einrichtungen, bei denen man sich melden könne. 

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