Am Schleusenkomplex am Albertkanal in Genk in der Provinz Limburg werden 3 gigantische archimedische Schrauben installiert. Diese ermöglichen, Wasser in den Kanal zurück zu pumpen, nachdem ein Schiff eine der 3 Schleusen passiert hat. Ganz nebenbei werden die Schrauben jährlich 1.000 Haushalte in der Umgebung mit nachhaltigem Strom versorgen.
Gigantische Schrauben an den Schleusen von Genk pumpen Wasser zurück in den Albertkanal und liefern Strom
Die beiden ersten Archimedes-Schrauben wurden auf Binnenschiffen nach Genk gebracht. „Jede Schraube wird schließlich 5.000 Liter Wasser pro Sekunde pumpen können“, sagt Tom T'Joens vom Bauunternehmen Hye, dass für die Arbeiten zuständig ist. „Die Schrauben sind sehr groß, es sind tatsächlich die größten Korkenzieher oder archimedischen Schrauben der Welt und sie haben eine Doppelfunktion“, so T'Joens.
(Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter)
Jedes Mal, wenn eine der Schleusen in diesem Komplex von einem Binnenschiff genutzt wird, gehen 50.000 m3 Wasser verloren. Das entspricht einer Menge von 50 olympischen Schwimmbecken. Mithilfe der Schrauben kann das Wasser zurückgepumpt werden.
„Das Wasser kommt aus der Maas, aber dieser Fluss ist ein Regenfluss und manchmal führt er wenig Wasser“, erklärt Liliane Stinissen von der flämischen Landesagentur für Wasserwege: „Deshalb müssen wir auch in Trockenperioden ausreichend Wasser im Albertkanal haben.“
(Lesen Sie bitte unter der Grafik weiter)
Abkommen mit den Niederlanden zur Nutzung von Wasser aus der Maas
Flandern hat mit den Niederlanden eine Vereinbarung über die Nutzung von Wasser aus der Maas getroffen. „Wir dürfen nur eine begrenzte Menge Wasser aus der Maas für den Albertkanal verwenden, vor allem in trockenen Perioden“, so Stinissen: „Mit dieser Anlage können wir die Vereinbarung einhalten. Außerdem wird unsere Agentur für Wasserwege durch die Wiederverwendung des Wassers noch nachhaltiger.“
(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)
Elektrizität für 1.000 Familien
Alle sechs Schleusenkomplexe des Albertkanals sollen mit ähnlichen Schrauben ausgestattet werden, damit das Wasser immer wieder zurückgewonnen werden kann. Die archimedischen Schrauben haben außerdem eine Doppelfunktion. Sie pumpen nicht nur Wasser, sondern können auch Strom erzeugen.
Hye-Bauunternehmer Tom T'Joens erklärt: „Im Winter kann das überschüssige Wasser so durch die Schrauben gepresst werden, dass sie Turbinen antreiben. Damit werden jedes Jahr bis zu 1.000 Haushalte in und um Genk mit Strom versorgt.“
Im nächsten Sommer werden die Archimedes-Schrauben betriebsbereit sein. Insgesamt kosten sie und ihr Einbau in den Schleusenkomplex von Genk 7,5 Mio. €.

