Bislang haben sich 156 Schweinezüchter in Flandern auf die Aufkaufregelung der Landesregierung eingelassen beteiligt. Dies teilte die Flämische Gesellschaft zur Gestaltung der Landpolitik (VLM) mit. Mit diesem Aufkaufprogramm will die Regierung die Stickstoffemissionen senken, ausscheidende Schweinehalter unterstützen und den Schweinebestand um ein Drittel reduzieren. „Wir sind auf halbem Wege“, sagte der flämische Landwirtschaftsminister Jo Brouns (CD&V).
Senkung der Stickstoffemission: Flandern kaufte bereits 156 Schweinezuchten aus
Die Aufkaufregelung ist Teil des flämischen Stickstoffabkommens. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen zu verringern und die Zahl der Schweine um 30 % zu reduzieren. Den Züchtern, die sich darauf einlassen, werden alle Schweine und die Ställe abgekauft. Dafür ist im Landeshaushalt 2024 ein Budget von 200 Mio. € vorgesehen.
Die Aufkäufe von Schweinezuchten verlaufe auf freiwilliger Basis betonte Flanderns christdemokratischer Landwirtschaftsminister Brouns: „Ich bin nicht scharf darauf, leistungsstarke Betriebe aufzukaufen, aber wenn das in Absprache mit dem Sektor laufen kann, wenn es dafür eine angemessene Entschädigung gibt und wenn wir gleichzeitig damit das Stickstoffproblem lösen, ist es eine gute Regelung“.
182.000 Schweine weniger
In einem ersten Aufruf hatte die VLM 982 Schweinehalter angeschrieben. Dabei handelte es sich um Betriebe, deren Stickstoffemissionen die Natur in ihrer unmittelbarer Umgebung belasten. Letztendlich nahmen 156 Landwirte das Angebot an, was einer Bestandsverringerung um 182.000 Schweinen entspricht.
Die durchschnittliche Entschädigung betrug 145.573 €, wobei es Unterschiede zwischen großen und kleinen Betrieben gibt. In diesem Betrag sind die Abrisskosten für die Stallungen noch nicht enthalten, für die die Betriebe zwei Jahre Zeit haben.
Wer nimmt das Angebot wahr?
Oft sind es ältere Landwirte, die das Angebot wahrnehmen. „Das Durchschnittsalter liegt bei 57 Jahren“, sagt Brouns. Bei den einen ist niemand da, der den Hof übernehmen will oder die Bauern können oder wollen nicht mehr investieren, um den aktuellen Standards zu entsprechen.
Die flämische Regierung hat unterdessen einen zweiten Aufruf gestartet. Schweinehalter, die sich bisher für den Auskauf mit Landesmitteln beworben hatten, haben noch bis Mai 2025 Zeit, ihren Betrieb einzustellen. „Da ist die Gruppe noch größer. Quasi jeder Schweinehalter ist jetzt förderfähig“, sagte der Landwirtschaftsminister.
"Wir sind auf halbem Weg"
Flandern will den Schweinebestand bis 2030 um 30 % im Vergleich zum Referenzjahr 2015 reduzieren. Damals gab es in Flandern 6,4 Millionen Schweine, heute sind es noch 5,4 Millionen in rund 3.000 Zuchtbetrieben. Das ist ein Rückgang um 14 %, der zum Teil auch auf das Aufkaufprogramm zurückzuführen ist.
„Das entspricht den Erwartungen. Unser Ziel sind 30 %, und wir haben die Hälfte des Weges geschafft. Im Mai 2025 werden wir eine Bilanz der beiden Vorgänge ziehen“, so Minister Brouns abschließend.
