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Tochter des Komponisten und Holocaust-Opfers Pál Hermann findet verlorenes Cello, auch dank des Königin-Elisabeth-Musikwettbewerbs

Achtzig Jahre nach dem Tod des ungarischen Komponisten Pál Hermann hat seine Tochter das Cello wiedergefunden, auf dem ihr Vater viele Jahre lang gespielt hatte. Hermann starb in einem Konzentrationslager. Von seinem Cello fehlte jede Spur. Jetzt konnte das Instrument ausfindig gemacht werden. Und dabei hat der Königin-Elisabeth-Wettbewerb für Cellisten im Jahr 2022 eine wichtige Rolle gespielt.

Martina Luxen
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Paul - Pál - Hermann ist ein ungarisch-jüdischer Komponist und Cellist. Nach seinem Studium in Budapest zieht er nach Berlin. In den 1920er und 1930er Jahren gibt er Kammermusikkonzerte in Europa. Er komponiert auch eigene Musik. 

Als die Nazis in den 1930er Jahren an die Macht kommen, geht Hermann mit seiner Frau Ada und seiner Tochter Cornelia - Corrie - in die Niederlande. Corrie bleibt bei Verwandten in den Niederlanden, während Hermann in Brüssel und Paris Konzerte gibt. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs taucht der Musiker in Toulouse in Frankreich unter.

Hermann wird im Jahr 1944 bei einer Razzia verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht. Er wird den Krieg nicht überleben.

„Ich bin die Seele der Musik“

Sich selbst konnte Pál Hermanns nicht retten, wohl sein Cello. Einige Jahre nach seinem Tod wird das Instrument verkauft, um das Studium von Tochter Corrie zu finanzieren. Käufer ist der deutsche Cellist Kurt Herzbruch, der es in den frühen 1960er Jahren weiterverkauft.

Seitdem hatte Corrie Hermann das Instrument aus den Augen verloren, die Hoffnung aber nie aufgegeben, es wiederzufinden.  

Auf ihrer Suche stößt sie auf die britische Musikerin und Musikwissenschaftlerin Kate Kennedy von der Universität Oxford. Kennedy hatte ein Buch über vier Musiker mit einer tragischen Lebensgeschichte geschrieben. Einer von ihnen ist Pál Hermann. 

Ihr Buch enthält ein Foto von Pál Hermann mit dem besagten Cello. Sie entdeckt, dass auf dem Instrument die Inschrift Ego anima musicae sum (Ich bin die Seele der Musik) steht. Diese Besonderheit macht sie zum Gegenstand ihrer Recherche und Aufrufe.

König-Elisabeth-Wettbewerb

Daraufhin meldet sich der Cellist Jian Wang. Er erinnert sich, diese Inschrift auf dem Cello eines der Kandidaten des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs im Jahr 2022 gesehen zu haben. Wang war in diesem Jahr Jurymitglied. Der Kandidat war der Australier Sam Lucas. Sein Cello war eine Leihgabe von der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, wo er studierte. 

VIDEO: Sam Lucas mit dem Cello 2022 beim Königin Elisabeth Wettbewerb in Brüssel

Kennedy nimmt Kontakt zu Sam Lucas auf, der keine Ahnung von der Geschichte des Instruments hatte, mit dem er zwei Jahre lang gespielt hatte. Die Musikwissenschaftlerin vereinbart ein Treffen mit Corrie Hermann und organisiert ein kleines Konzert. 

Am 29. September spielt Sam Lucas auf dem Cello von Pál Hermann in der Wigmore Hall in London, Cornelia Hermann ist dabei. Die Emotionen schlagen hohe Wellen.

„Wunderbar. Vor fast 100 Jahren hat mein Vater hier in der Wigmore Hall Konzerte gegeben. Sein Cello wird jetzt hier gespielt, der Kreis schließt sich“, sagte Cornelia Hermann gegenüber The Strad, einer Zeitschrift, die sich mit der Welt der Streichinstrumente befasst. 

Sam Lucas fühlt sich geehrt, „der Cellist zu sein, der die Kluft zwischen ihrem Vater und ihrer Kindheit überbrückt hat. Das ist ein echter Segen und eine große Ehre. Das ist pure Emotion. Ich habe versucht, meine Gefühle in meiner Musik für sie und für ihren Sohn so gut wie möglich auszudrücken."

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