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Nach Entzug der Arbeitserlaubnis von Imamen: Wie gut vernetzt ist die türkische Religionsbehörde Diyanet in Belgien?

Die Diyanet-Kuppel verwaltet mehr als 60 Moscheen in Belgien, 43 davon allein in Flandern. Da die türkische Religionsbehörde Diyanet direkt dem Präsidenten Tayyib Erdogan untersteht, ist zu befürchten, dass die Türkei über die Moscheen das Sagen über seine Schäfchen im Ausland behalten will. In Flandern hat die Arbeitsministerin der Einflussnahme jetzt den Riegel vorgeschoben, indem sie Imamen, die von der Türkei bezahlt werden, die Arbeitserlaubnis entzieht.

Belga Martina Luxen
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Die belgische Diyanet-Kuppel ist mit dem gleichnamigen türkischen Ministerium für religiöse Angelegenheiten verbunden. Das VRT-Reporterteam “Pano” hat bereits früher aufgezeigt, auf welche Weise das türkische Diyanet Einfluss auf belgische Diyanet-Moscheen nimmt. Ihre Imame kommen in der Regel aus der Türkei und werden auch von diesem Land bezahlt. Mehrere Gläubige, die für die Reportage befragt wurden, sagten in Pano aus, dass sie eigentlich „türkische Regierungsbeamte“ mit einem klaren politischen Standpunkt sind. 

Im Jahr 1923 wurde die türkische Republik von Mustafa Kemal Atatürk gegründet, damals wurde eine strikte Trennung von Kirche und Staat eingeführt. Ein Jahr später wurde Diyanet gegründet, um alle religiösen Angelegenheiten im Lande zu kontrollieren und zu regeln. 

In den 1970er Jahren begann Diyanet, seine Dienste auszuweiten und auch türkischen Bürgerinnen und Bürgern im Ausland Dienstleistungen anzubieten.   

Nach der Machtergreifung der AK-Partei von Recep Tayyip Erdogan 2002 wurden die Aktivitäten im Ausland weiter ausgebaut und intensiviert.

Türkischer Einfluss in belgischen Moscheen

Aus dem Pano-Bericht geht auch hervor, dass die Türkei über die Moscheen Informationen über die politischen Ansichten der Belgier*innen mit türkischen Wurzeln sammelt. Genauer gesagt, ging es um Informationen über die Anhänger*innen des türkischen Predigers Fethullah Gülen (Foto unten) in Belgien.

Im Jahr 2016 sollen die Gülenisten einen Putschversuch unternommen haben. Erdogan ordnete daraufhin eine Säuberung an.

Die Diyanet-Kuppel selbst betont stets ihre Unabhängigkeit vom türkischen Ministerium.

Seit Mai verbieten neue flämische Vorschriften, dass Arbeitsmigranten von einer ausländischen Regierung bezahlt werden. Die flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA) hat daher fünf türkischen Imamen die Arbeitserlaubnis entzogen, weil sie von der türkischen Regierung bezahlt werden.

Fethullah Gülen ist an diesem Montag im Alter von 83 Jahren in seinem US-amerikanischen Asyl verstorben.

Einfluss in Belgien ist nach wie vor erheblich

Nach Ansicht von Dries Lesage, Professor für internationale Politik an der Universität Gent, ist der Einfluss der Diyanet-Moscheen in Belgien nach wie vor erheblich. „Neben ihrem politischen und administrativen Einfluss repräsentieren sie nach Ansicht vieler Gläubiger auch die korrekte Auslegung des Islam. Auf diese Weise repräsentieren sie den Mainstream innerhalb der türkischen Gläubigen und haben immer noch viele Anhänger.“

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