Im Juli, August und September, dem 3. Quartal dieses Jahres, wurden im belgischen Bundesland Flandern fast 6 % mehr Häuser und Wohnungen verkauft als im gleichen Zeitraum im vergangene Jahr. Dies geht aus den Quartalszahlen der Dachverbands der Notare hervor. Das liegt auch an der zeitweiligen Abkühlung der Immobilienpreise in Belgien. Regional liegen zwischen Flandern und der Wallonie übrigens Unterschiede vor.
Zum ersten Mal ist ein Anstieg zu verzeichnen, nachdem in den vergangenen zwei Jahren weniger Häuser verkauft wurden. Das hatte zur Folge, dass Häuser und Wohnungen in diesem Jahr mancherorts etwas billiger wurden. Aber das ist jetzt vorbei, sagt Bart van Opstal vom Dachverband der Notare.
„In Flandern ist die Zahl der Transaktionen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,9 Prozent gestiegen“, so Van Opstal. Auch auf nationaler Ebene sieht er einen ähnlichen Trend.
3 von 10 Käufern waren dieses Jahr 30 Jahre alt oder jünger, und diese Zahl ist gestiegen. Van Opstal nennt 2 Gründe, die dazu geführt haben, dass die jungen Leute im Laufe des Jahres aktiver geworden sind: „Einerseits natürlich der Rückgang der Hypothekenzinsen. Andererseits hat die anfängliche Abkühlung des Marktes dazu geführt, dass sich junge Leute wieder stärker für Immobilien interessieren.“
Wohnungen werden allerdings teurer
Was ist die logische Folge, wenn wieder mehr junge Leute kaufen und mehr Wohnungen verkauft werden? Dass die Häuser wieder teurer werden. „Aufgrund des Wiederaufschwungs und der gesunkenen Zinssätze ist es unwahrscheinlich, dass die Preise jetzt sinken“, sagte Van Opstal weiter.
Der durchschnittliche Preis für ein Haus stieg in den letzten neun Monaten um 2,1 % auf 329.468 €. Eine Wohnung kostete durchschnittlich 268.709 €, was einem Anstieg von 1,5 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2023 entspricht.
In der Wallonie verhält sich dies etwas anders. Hier ist der Immobilienhandel auf Basis von Zahlen aus den ersten 9 Monaten des Jahres rückläufig. Dies sei durch die für Januar 2025 geplante Anpassung der Einregistrierungs-Gebühren durch die wallonische Regionalregierung zu erklärten, so der Notarverband. Diese werden beim ersten Kauf eines Hauses von derzeit 12,5 % auf 3 % reduziert. Dadurch herrscht hier wohl eine eher abwartende Haltung beim Erwerb von Immobilien.
