Die flämischen Hochschulen zählen im neu angelaufenen akademischen Jahr wieder mehr Studenten. Über 157.000 junge Menschen studieren an Hochschulen in Flandern, wie eine Zählung Anfang Oktober ergab. Vor allem die Zahl der Hochschulabsolventen steigt stark an. Sie absolvieren kurze, praxisorientierte Studiengänge z.B. an den Fachhochschulen.
Flämische Hochschulen immer beliebter: Mehr Absolventen in den letzten Jahren - Finanzierung steigt nicht mit
Nicht nur die Universitäten in Flandern sind beliebt, auch die Zahl der Studierenden an den flämischen Hochschulen steigt Jahr für Jahr. Im neuen akademischen Jahr haben sich 157.407 Studenten und Studentinnen in den hiesigen Hochschulen eingeschrieben. Das sind rund 9.000 mehr als im letzten Jahr, ein Zuwachs von 6,11 %.
„Eine gute Sache für unseren Arbeitsmarkt, aber die Finanzierung wächst nicht mit“, gibt der Flämische Hochschulrat dazu zu verstehen. Er fordert denn auch eine zusätzliche Investition von 30 Mio. € von Seiten der neuen Landesregierung.
Der größte Teil von ihnen, etwa 122.000 Studierende bzw. 78 % der Gesamtzahl, absolviert einen professionellen Bachelor-Studiengang. Eine kleinere Gruppe, die 6 % ausmacht, absolviert ein akademisches Studium, nur ein Studienjahr, einen zweiten Bachelor bzw. einen zweiten Master (Postgraduat).
Problem Graduat
Die restlichen 16 % absolvieren ein Graduat. Für diese kurzen, praxisorientierten Studiengänge haben sich in diesem Jahr an flämischen Hochschulen rund 26.000 Studierende (+15 %) eingeschrieben. Dies ist die am schnellsten wachsende Gruppe. Und genau da drückt der Schuh.
Hochschulrat fordert mehr Mittel
„Diese Entwicklung stellt unsere Hochschulen vor enorme Herausforderungen. Die Finanzierung folgt nicht dem Rhythmus dieses Anstiegs und es wird allmählich unhaltbar, dies weiterhin ordnungsgemäß verwalten zu können“, sagt Eric Vermeylen, Generalsekretär des flämischen Hochschulrats.
Der Rat fordert denn auch von der flämischen Landesregierung eine erhebliche Investition: „Die Grundfinanzierung muss beibehalten werden und wir bitten um zusätzliche 30 Mio. % speziell für die Angebote von Graduat-Studenten. Heute werden sie mit Geldern aus dem Haushalt für die Berufsabsolventen finanziert. Das kann so nicht beibehalten werden.“
Diese Investition würde sich auf lange Sicht auszahlen, meint Vermeylen: „Es handelt sich um teure Studiengänge, die viel Anpassung und Gestaltung erfordern, aber der Vorteil ist, dass die jungen Leute danach auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sind.“
