Bei Audi in Brüssel haben die Gewerkschaften bei einer Betriebsratssitzung mit der Direktion keine klaren Aussagen zur Zukunft des Standorts im Stadtteil Vorst gehört. Sie konnten offenbar nichts wirklich Greifbares zu einem möglichen Übernahmekandidaten erfahren. Die christliche Gewerkschaft ACV erwägt offenbar gerichtliche Schritte gegen Audi, um dieses Schweigen zu brechen.
Audi Brussels: "Nichts Neues gehört" - Gewerkschaften nach Betriebsratssitzung unzufrieden
Die Gewerkschaften bei Audi Brussels befürchten, dass eine Schließung des Standorts kaum noch zu vermeiden ist. Sie zielen jetzt auf Sozialverhandlungen ab, die den rund 3.000 Beschäftigten der Autofabrik eine gute Entschädigungsregelung bietet, wenn diese ihren Arbeitsplatz verlieren sollten.
Sicher ist bisher lediglich, dass die Produktion des hier bisher gebauten Audi Q8 e-tron auslaufen wird. Die Volkswagen-Tochter Audi plant nicht, dass an diesem Standort ein anderes Modell vom Band laufen soll. Die einzige Lösung wäre eine Übernahme des Werks durch ein anderes Unternehmen. Doch die bisher vorgelegten Angebote reichten nicht aus und wurden verworfen.
"Alles schon gehört"
Auch ein bisher nicht genanntes belgisches Unternehmen reichte ein Angebot ein, doch dieses soll „unzureichend“ gewesen sein, so die Direktion von Audi Brussels. Offenbar ist diesem Interessenten aber erneut Zeit eingeräumt worden, sein Angebot zu verbessern.
Dies habe man alles schon so gehört, so die Kritik von Ronny Liedts und Jan Baetens von der christlichen Gewerkschaft ACV Metea. ACV-Sekretär Baetens sprach am Dienstag von „tauben Ohren“ beim Audi-Management: „Ich habe das Gefühl, dass Audi die Entscheidung, den Standort zu schließen, bereits getroffen hat, dies aber nicht klar und deutlich sagen will.“
Am Mittwoch werden sich die Gewerkschaften und die Audi-Direktion erneut treffen. Dabei wird der mögliche Sozialplan das Thema der Gespräche sein.
Gerichtliche Schritte gegen das Schweigen bei Audi?
ACV-Metea erwägt übrigens rechtliche Schritte gegen die Audi-Direktion einzuleiten, um zu erzwingen, dass die Direktion den Arbeitnehmerverbänden sagt, um welches Unternehmen es sich handelt, das ein Angebot zur Übernahme eingereicht hat und das noch immer an seiner Offerte feilt. Doch bei Audi heißt es dazu, dass man diesem Interessenten gegenüber an eine Vertraulichkeitsklausel gebunden sei.
