Der Politikwissenschaftler Jonathan Holslag (Foto) von der flämischen Freien Universität Brüssel (VUB) hatte in seiner Heimatstadt Tienen in der Provinz Flämisch-Brabant mit Durf (wagen oder gewagt) eine neue Partei gegründet und war dort mit dem Ziel angetreten, „eine andere politische Kultur“ führen zu wollen. Aus dem Nichts heraus wurde Durf mit mehr als 30 % der Stimmen in Tienen die stärkste Partei im Rathaus.
Wie ein "Wagnis" eines Politikwissenschaftlers die Kommunalpolitik in Tienen in Flämisch-Brabant über den Haufen wirft
„Wir sind überwältigt, wollen aber jetzt an einer anderen politischen Kultur arbeiten“, so Jonathan Holslag nach dem Wahlsieg seiner neuen Partei Durf am Sonntagabend in Tienen. Die Liste der heutigen Bürgermeisterin Katrien Partyka, CD&V/Tienen VRT!, fuhr nur 18,5 % der Stimmen ein.
Dass die neue Partei Durf in der Zuckerstadt Tienen (hier befindet sich der Hauptsitz der Zuckermarke „Suiker Tienen“) zu den Wahlgewinnern gehören würde, zeichnete sich bereits vor der Kommunalwahl an, doch dass es gleich zum Wahlsieg reichen würde, hatte man dort wohl kaum erwartet. 31 % holte Durf aus dem Nichts heraus.
Fusion zur Verteidigung des Bürgermeisteramts misslungen
Für die flämische Christdemokratin Katrien Partyka (CD&V) ist das keine gute Nachricht. Sie hatte mit ihrer Fusionsliste aus ihrer Partei und den Sozialisten Tienen VRT! versucht, als CD&V/Tienen VRT! ihr Bürgermeisterinnenamt zu verteidigen, doch dieser Versuch ist danebengegangen. 18,5 % der Stimmen reichen nur zu Platz 2. Vor 6 Jahren hatte Partyka alleine mit ihrer CD&V noch 21,5 % der Stimmen auf sich verbuchen können.
Durf-Gründer Jonathan Holslag hat jetzt mit den meisten Vorzugsstimmen in Tienen das Initiativrecht und bekommt jetzt 2 Wochen Zeit, um eine Mehrheit zu finden: „Ich möchte echt eine Koalition mit Menschen bilden, die hart arbeiten wollen, mit Menschen mit Erfahrung, Wissen und Einsicht. Leute, die vor allem mit den Bürgern von Tienen arbeiten wollen.“ Auf Basis dessen werden wir einen kollegiale und ambitionierten Stadtrat zusammenstellen, der hoffentlich auch eine Tragfähigkeit bei der Bevölkerung findet.“
