Die liberale Open VLD und die Grünen von Groen sind die großen Verlierer der Provinzratswahlen in Flandern. Die christdemokratische CD&V hält Stand, doch die N-VA wird auf dieser Ebene die stärkste Kraft. Die flämischen Nationaldemokraten können sich in 3 von 5 flämischen Provinzen behaupten. In der Wallonie dominieren auf Provinzebene Liberale, Sozialisten und Zentristen mit unterschiedlicher Gewichtung.
Provinzratswahlen: In Flandern sind die Liberalen und die Grünen die Verlierer
Limburg: CD&V hält Stand
Im Provinzialrat in der Provinz Limburg schneidet die christdemokratische CD&V in den meisten Gemeinden gut ab und damit bleiben die Konservativen hier auch die größte Partei. Die nationaldemokratische N-VA konnte hier nicht zuschlagen und bleibt zweite Kraft.
Der eigentliche Wahlsieger auf limburgischer Provinzebene ist der rechtsradikale Vlaams Belang, der 5,6 % hinzugewinnt. Auch die linksradikale PVDA gewinnt, wenn auch nur in bescheidenem Maße, hinzu.
Verlierer sind hier die sozialistische Partei Vooruit (-1 %), die Grünen von Groen (-3,5 %) und die liberale Open VLD (-2,1 %). Für Groen und Open VLD setzt sich dieser Trend in allen flämischen Provinzen durch.
Antwerpen bleibt „N-VA-Land“
Die Landkarte der Provinz Antwerpen bleibt überwiegend gelb, denn die nationaldemokratische N-VA gewinnt noch leicht hinzu gegenüber der letzten Wahl 2019 und bleibt im Provinzialrat die größte Partei mit 32,9 %.
Gewinner sind hier der rechte Vlaams Belang (18 %), Vooruit (Sozialisten – 11 %) und die kommunistische Arbeiterpartei PVDA (7,3 %).
Verlierer in der Provinz Antwerpen sind die christliche CD&V (- 0,9 %) sowie die Grünen (- 4,3 %) und die Liberalen, die mit einem Stimmenrückgang von 4,5 % ihre Gewicht in der Provinz Antwerpen halbieren. Sie scheitern hier an der 5 %-Hürde und scheiden aus dem Provinzrat aus.
Die CD&V bleibt in Westflandern stärkste Provinz-Kraft
In der Provinz Westflandern bleibt die christdemokratische CD&V bei leichten Verlusten mit 25,6 % stärkste Kraft und verweist die nationaldemokratische N-VA auf Rang 2 (20,3 %). Ihr bleibt hier aber der rechte Vlaams Belang auf den Fersen (19,6 %).
Die Sozialisten (Vooruit) gewinnen hier hinzu (+ 3,4 %) und die linksradikale PVDA verbucht ebenfalls leichte Gewinne (+ 0,5 %).
Einmal mehr sind die Grünen und die Liberalen hier die großen Verlierer. Groen verliert 4,9 % und strandet bei 7,3 % und Open VLD verliert 5,4 % und endet mit 8 %.
Ostflandern: Schwere Schlappe für Open VLD
Im ostflämischen Provinzrat bleibt die N-VA die stärkste Partei (22,7 %), doch die Rechtsradikalen des Vlaams Belang gewinnen hier mit einem Plus von 4,1 % deutlich hinzu und werden zweitstärkste Partei (18,2 %). Den größten Stimmenzuwachs verbucht aber Vooruit. Die Sozialisten gewinnen 4,2 % % und landen bei 13,9 %.
Die PVDA gewinnt leicht hinzu (+ 0,9 %) und die CD&V muss nur mit einem Minus von 1,1 % wenige Verluste hinnehmen und bleibt dritte Partei auf Ebene dieser Provinz (16,9 %). Groen hält hier recht gut Stand.
In diesem traditionell „blauen Land“ muss die Open VLD eine schwere Wahlschlappe hinnehmen. Die flämischen Liberalen verlieren auf Provinzebene 7 % und enden hinter den Grünen bei 11,3 %.
N-VA bleibt in Flämisch-Brabant stark
Auch die Landkarte der Provinz Flämisch-Brabant bleibt überwiegend gelb, denn die N-VA bleibt bei einem leichten Verlust von 0,7 % mit 24,7 % stärkste Partei. Hier kann sich die CD&V aber mit 17,9 % als zweite Partei behaupten.
Vlaams Belang (+ 4,3 %) und Vooruit (+ 3,8 %) können ihre Stimmenanteile in Flämisch-Brabant ausbauen.
Die Wahlschlappen treffen einmal mehr die Liberalen und die Grünen. Open VLD verliert rund ein Drittel der Stimmen und strandet bei 10,7 %. Groen muss hier mit mehr oder weniger den gleichen Ergebnissen leben.
Die Provinzen in der Wallonie
In Wallonisch-Brabant wurde die liberale MR mit einem Zuwachs von 2,14 % wieder stärkste Kraft auf Provinzebene (40,4 %) und unterstreicht damit dort ihre Dominanz. Allerdings legte auch die Zentrumspartei Les Engagés um 15,87 % zu und kommt mit 24,7 % auf Rang 2. Die Grünen von Ecolo verlieren etwas und liegen mit der sozialistischen PS bei rund 12 % in etwa gleich auf.
In der Provinz Hennegau bleibt die PS stärkste Kraft, fühlt jedoch den Atem der MR und von Les Engagés in Nacken. Auch in der Provinz Lüttich legen die Liberalen und die Zentrumspartei zu und die MR bricht sogar die PS-Bastion, um mit fast 30 % der Stimmen die Sozialisten, die mit 24,6 % ihren Status halten, vom Thron zu stoßen.
In der Provinz Luxemburg machen MR, PS und Les Engagés die Sache ebenfalls unter sich aus. Hier führen die Zentristen mit einem Zuwachs um 8,51 % vor den Liberalen (+ 6,62 %) und den Sozialisten (- 0,7 %). In der Provinz Namür bietet sich das gleiche Bild: Les Engagés (30,7 %), MR (28,8 %) und PS (17,8 %).
