Ein Mann aus Belgien, der nach seiner Scheidung herausfand, dass er nicht der biologische Vater seiner Kinder ist, erhält dafür eine Entschädigung. Das hat das Berufungsgericht in Antwerpen letzten Monat entschieden. Das Familiengericht in Hasselt hatte noch gegen den Mann entschieden. Das Magazin für das belgische Justizwesen, "De Juristenkrant", hatte über den Fall berichtet.
Nicht der biologische Vater der Kinder? Betrogener Ex-Ehemann muss entschädigt werden
Der Fall betrifft ein Paar, das 2007 heiratete, zwei Kinder bekam und sich 2014 trennte. Einige Jahre später, 2019, findet der Mann heraus, dass seine Frau ihn während der Ehe betrogen hat und er beginnt da ran zu zweifeln, ob die Kinder von ihm sind.
Ein DNA-Test bewies, dass er tatsächlich nicht der biologische Vater ist. Daher entscheidet das Berufungsgericht in Antwerpen, dass seine Ex-Frau ihm eine Entschädigung für die Kosten, die ihm nach der Scheidung noch im Rahmen von Unterhaltszahlungen für die die Kinder entstanden sind, sowie einen moralischen Schadenersatz zahlen muss. Alles in allem gut 23.650 Euro.
Eine Ehefrau oder ein Ehemann muss dem Partner den Ehebruch nicht unbedingt gestehen, so das Gericht in seinem Urteil, wohl aber, wenn daraus Kinder resultieren. Denn wenn diese nicht wissen, wer ihr Vater ist, oder der Vater nicht weiß, dass er nicht der biologische Erzeuger ist, wird ihnen ein wichtiger Teil ihrer Identität genommen bzw. wird deren Identität untergraben.
Das erstinstanzliche Urteil
Das Familiengericht in Hasselt (Prov. Limburg) gab dem Mann zuvor Unrecht. Nach Ansicht dieses Gerichts hat die Frau keinen Fehler begangen, indem sie ihren Ehebruch verheimlicht hat und sie selbst habe möglicherweise selbst nicht genau gewusst, wer der Vater der Kinder ist.
Das Familiengericht in Hasselt befand außerdem, dass der Mann keinen Schadensersatz erhalten sollte, weil er immer als Vater der Kinder aufgetreten sei und auch Vorteile aus dieser Beziehung gezogen habe. Der Kläger brach den Kontakt zu seinen Kindern ab, weil sie letztlich nicht seine Kinder waren, was den Fall noch schmerzhafter macht.
