Der belgische Verbraucherschutzbund Testaankoop/Test Achats hat bei der Wirtschaftsinspektion eine Beschwerde gegen zehn Musikfestivals eingereicht, darunter Couleur Café und Paradise City in Brüssel. Dies teilte die Verbraucherorganisation am Dienstag über einer Pressemitteilung mit. Demnach verstoßen mehrere Festivals gegen das Verbraucherrecht.
Verbraucherschutz reicht Klage gegen Festivals wegen Verstöße gegen das Recht der Verbraucher ein
Mitglieder und Mitarbeiter des Verbraucherschutzbundes besuchen im vergangenen Sommer selbst die Festivals, um zu untersuchen, ob dort die geltenden Vorschriften zum Recht der Konsumenten einhalten wurden. „Die Organisatoren von Festivals nutzen verschiedene Möglichkeiten, um den Verbrauchern zusätzliche Gebühren in Rechnung zu stellen, was eine illegale Praxis ist“, so die Testankoop.
„Die ausgewiesenen Preise (für Tickets, Getränke usw. (Red.)) sollten alle Kosten und Steuern enthalten, damit es keine Überraschungen für den Verbraucher gibt“, heißt es weiter dazu.
Als Beispiel nennt Testaankoop das Festival Pukkelpop in Hasselt (Prov. Limburg), das für den Weiterverkauf einer Eintrittskarte über seinen eigenen Umtauschdienst 16 € verlangte. Bei Pukkelpop selbst wurde man noch nicht formell über den Inhalt der Klage informiert. Was die zusätzlichen Verwaltungskosten für den Umtauschdienst betrifft, so lässt Pukkelpop wissen, dass es sich dabei um „nachweislich marktkonforme Kosten“ handelt.
Hohe Gebühren und Guthaben auf Armbändern
Außerdem wurde beanstandet, dass Festivals Bargeld verweigern, Restguthaben auf Armbändern (die mit einem Guthaben für die Ausgaben auf dem Festivalgelände) nicht erstatten oder zusätzliche Gebühren für die Aktivierung von Armbändern (z.B. auch für die Erstattung von Guthaben) verlangen.
Die Beschwerde richtet sich auch gegen Graspop, Rock Werchter, Tomorrowland, Ronquieres, Lokerse Feesten, les Ardentes und Dour.
Testaankoop stellte eine Liste mit positiven Praktiken als Empfehlung zusammen, in der Hoffnung, dass die Festivals im nächsten Jahr einen anderen Ansatz wählen und die Rechte der Verbraucher und Kunden, also ihres Publikums, respektieren.
