Die Staatsanwaltschaft Westflandern geht davon aus, dass die Geisterfahrerin den tödlichen Unfall auf der A19 in Ypern vorsätzlich verursacht hat. Die 25-jährige Autofahrerin wurde wegen Totschlags und versuchten Totschlags festgenommen. Bei dem Unfall kam ein 63-jähriger Mann ums Leben. Seine Frau (40) schwebt weiterhin in Lebensgefahr, ihre beiden Töchter im Teenageralter wurden verletzt. Am Samstagmorgen hatte die junge Frau bereits einen Unfall verschuldet. Am Freitag war sie wegen Kokain am Steuer vor Gericht erschienen.
Staatsanwalt geht von Vorsatz bei tödlichem Unfall in Ieper mit Geisterfahrerin aus
Der tödliche Verkehrsunfall ereignete sich am Samstagmorgen kurz nach 9 Uhr auf der A19 Richtung Ieper. Dort waren zwei Autos aufeinandergeprallt. Die genauen Umstände waren zunächst unklar.
Der hinzugerufene Unfallsachverständige stellte schnell fest, dass ein Fahrzeug in falscher Richtung auf die A19 aufgefahren war. Das Geisterfahrzeug prallte dort frontal mit dem Auto einer Familie aus dem wallonischen Frasnes-lez-Anvaing zusammen.
Der 63-jährige Familienvater kam bei dem Unfall ums Leben. Die 40-jährige Mutter wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist ihr Zustand weiterhin kritisch. Eine der beiden 13-jährigen Töchter wurde schwer verletzt, ihre Zwillingsschwester erlitt leichte Verletzungen.
„Wir gehen davon aus, dass es Absicht war“
Die Geisterfahrerin, eine 25-jährige Frau aus Menen, wurde verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.
Aufgrund der Erkenntnisse vor Ort und der Verhöre ist die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht um einen Verkehrsunfall, sondern um Vorsatz handelt“, bestätigt Tom Janssens von der Staatsanwaltschaft in Westflandern. Die Frau sei nicht versehentlich falsch abgebogen, wird vermutet. Weitere Ermittlungen stehen an.
Weiterer Unfall und vor Gericht wegen Koks am Steuer
Unterdessen bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass die Frau bereits am selben Samstag in Menen in einen Unfall verwickelt war. „Es handelte sich lediglich um einen Blechschaden, aber die Fahrerin ergriff die Flucht“, erklärte Tom Janssens von der Staatsanwaltschaft Westflandern.
Am Freitag, dem Tag vor dem Unfall, musste die Frau vor dem Polizeigericht in Kortrijk erscheinen. Sie war Anfang des Jahres unter Kokaineinfluss gefahren.
Am Samstagmorgen nach dem Unfall habe die Frau nicht unter Alkoholeinfluss gestanden, teilte die Staatsanwaltschaft mit: „Außerdem wurde ein Drogentest angeordnet. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber wir befürchten, dass sie unter Drogeneinfluss stand, als sie den tödlichen Unfall verursachte.“
