Die Staatsanwaltschaft von Westflandern hat eine Untersuchung wegen schwerer Belästigung bei der Polizei in Ostende eingeleitet. Eine ehemalige Polizistin hat sich vor kurzem das Leben genommen und hat in ihrem Abschiedsvideo von den Schikanen berichtet, denen sie dort ausgesetzt war. Sie habe diese Vorfälle auch ihrem Vorgesetzten gemeldet, sagte der Anwalt ihrer Familie, Pieterjan Dens.
Die Staatsanwaltschaft untersucht den Selbstmord einer ehemaligen Polizistin in Ostende
Die Frau arbeitete etwa ein Jahr lang beim Interventionskorps der Polizei in Ostende und wurde dort psychisch und physisch gemobbt. Pieterjan Dens, der die Angehörigen verteidigt, berichtet, dass er Klage einreichen wird: „Es kommen immer mehr Details ans Licht. Es ist sehr heftig.“
„Meine Mandantin hat die Probleme angeblich einem Vorgesetzten gemeldet. Aber diese Beschwerden wurden nicht ernst genommen“, so Dens gegenüber VRT NWS. In einer Abschiedsbotschaft sagte sie, dass sie schikaniert und misshandelt wurde, als sie bei der Polizei arbeitete. Und selbst nachdem sie gekündigt hatte, wurde sie angeblich von ihren ehemaligen Kollegen weiter schikaniert.
Die Polizei von Ostende kooperiert
Der Anwalt der Familie der ehemaligen Polizistin wartet nun ab, welche Ergebnisse die Ermittlungen bringen werden. Das Genter Arbeitsauditorat kann derzeit nur sagen, dass die Untersuchungen laufen und „dass die Fakten sehr ernst genommen werden. Sobald ein Untersuchungsrichter benannt ist, wird dieser die Ermittlungen übernehmen“, heißt es von dort aus.
Die Staatsanwaltschaft von Westflandern untersucht jetzt, ob die Frau tatsächlich gemobbt wurde und ob dies eine Rolle bei ihrem Selbstmord gespielt hat. Philip Caestecker, der Korpschef von Ostende, will ebenfalls die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten: „Natürlich werden wir voll und ganz kooperieren. Sollte sich herausstellen, dass bestimmte Dinge nicht in Ordnung waren, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen“.
Wer Fragen zu Thema Selbstmord hat oder Hilfe braucht, kann Antworten auf der Webseite des BTZzentrums in Ostbelgien in deutscher Sprache finden oder das Hilfstelefon unter der kostenlosen Nummer 0800 32 123 anrufen.
