Am Dienstag hat vor dem Brüsseler Strafgericht der Prozess gegen einen ehemaligen Kassierer von IKEA in Zaventem begonnen. Der Mann hatte seinen Bekannten freien Durchgang an seiner Kasse gewährt. IKEA fordert von dem Mann und seinen Komplizen 66.000 Euro Schadenersatz.
Waren im Wert von mehr als 60.000 € bei IKEA Zaventem an der Kasse vorbeigeschleust
Die Staatsanwaltschaft Halle-Vilvoorde hatte im Juni 2022 ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls in 25 Fällen eingeleitet, nachdem die Geschäftsleitung des Einrichtungshauses in Zaventem auf Kamerabildern gesehen hatte, dass ein Kassierer Personen an der Kasse durchgelassen hatte, ohne dass diese ihre Waren bezahlten.
„Der Mann tat so, als scanne er die Einkäufe. Dann druckte er einen Blanko-Kassenzettel aus“, so Staatsanwalt Karel Claes: "Auch die Bekannten des Kassierers taten so, als würden sie bezahlen. Sie steckten sogar ihre Bankkarte in das Terminal, aber es wurde kein Geld vom Konto abgebucht.“
Der Kassierer wurde verhaftet. Er gestand, dass er regelmäßig Geld von Freunden erhalten habe, damit diese an der Kasse vorbei durften. Er selbst hätte auf diese Weise 5.000 Euro verdient. Nach Angaben des Anwalts von IKEA Belgien sollen insgesamt Waren im Wert von 66.431 Euro gestohlen worden sein.
Freiheitsstrafen mit Bewährung gefordert
Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung gegen den ehemaligen Kassierer und Freiheitsstrafen von zwei bis acht Monaten mit Bewährung für vier Beschuldigte.
Diese haben die Taten gestanden und baten den Richter um ein milderes Urteil. „Wir waren jung“, so die Verteidigung: „Wir haben uns dazu verleiten lassen.“ Ein Angeklagter bestritt trotz der Aussagen seiner Mitangeklagten, dass er Gegenstände gestohlen habe.
Das Urteil wird am 5. November verkündet.
