Die Häfen in unserem Land werden besser gegen kriminelle Drogenorganisationen geschützt. Ab sofort können Arbeitgeber in den Häfen von Kandidaten, die sich dort für einen Job bewerben, einen Auszug aus dem Strafregister verlangen, um zu prüfen, ob die Betroffenen in der Vergangenheit strafbare Handlungen begangen haben und wenn ja, welche.
Gesetzesanpassung: Sicherheitscheck für das Personal in den belgischen Häfen
Ab Januar 2025 werden Tausende von Beschäftigten in Schlüsselpositionen der Häfen von der Bundespolizei und den Nachrichtendiensten verpflichtet überprüft. Dazu gehören Sicherheitskräfte, die Personalabteilung, Hafenarbeiter oder andere Mitarbeiter, die an Stelle in den Häfen tätig sind, an denen möglicherweise Drogen eingeschmuggelt werden könnten. Das betrifft bis zu 16.000 Hafenmitarbeiter.
Belgiens scheidender Justizminister Paul Van Tigchelt (Open VLD) sagte dazu: „Wir wollen so die Häfen für Drogenkriminelle dichtmauern.“ Eine Gesetzesanpassung macht jetzt ein Screening bzw. eine Sicherheitsüberprüfung des Hafenpersonals möglich. In den belgischen Flughäfen und in den Kernkraftwerken wird schon länger mit einem Screening des Personals gearbeitet.
Pilotprojekt bei der Reederei DP World
Als zum ersten Mal von dem Vorhaben, das Hafenpersonal im Kampf gegen den Drogenschmuggel zu überprüfen, war die Container-Reederei DP World aus Dubai sofort dabei und ermöglichte ein Pilotprojekt.
Diese Reederei schlägt alleine im Hafen von Antwerpen jährlich bis zu 2,7 Millionen Container um und betreibt hier eines der vier großen Containerterminals. Auch in Containern, die mit Schiffen von World DP nach Belgien kommen, beschlagnahmte der belgische Zoll schon Kokainlieferungen in größeren Mengen.
Bisher nur Schnellchecks
Bisher werden für Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Funktionen Schnellchecks über die Datenbanken von Polizei und Nachrichtendiensten durchgeführt. Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung De Morgen wurden bei 358 Sicherheitschecks 9 Personen als für die Hafenarbeit nicht zuzulassen bewertet.
Doch diese Tests waren lediglich freiwillig. Einige Personen lehnten solche Checks allerdings auch ab. Bei World DP wurden diese schon gar nicht eingestellt, so ein Sprecher der Reederei gegenüber der Zeitung.
