Flanderns neue Mobilitätsministerin Annick De Ridder (N-VA, Foto unten) prüft die Einführung einer Straßenmaut auch für PKW aus dem Ausland. In etwa drei Jahren sollen die für die Nutzung des flämischen Straßen- und Autobahnnetz eine Gebühr zahlen, also eine Maut, wie sie derzeit bereits bei Lastwagen enthoben wird.
Flanderns neue Verkehrsministerin denkt über eine Straßenmaut für ausländische Fahrzeuge nach
Die neue flämische Landesregierung rechnet ab 2027 jährlich mit Einnahmen von bis zu 130 Mio. € aus der Maut. Schon jetzt zahlen Lastwagenfahrer aus dem In- und Ausland hier eine Kilometermaut. Flämische Autofahrer entrichten hingegen jedes Jahr eine Verkehrssteuer, die zum Unterhalt des Straßen- und Autobahnsystems genutzt wird.
PKW-Fahrer aus dem Ausland zahlen in Belgien nichts, während z.B. in Frankreich mit der berühmten „Péage“ für zahlreiche Autobahnabschnitte eine Nutzungsgebühr entrichtet werden muss.
Mit der Wallonie reden
Als vor einigen Jahren zum ersten Mal laut über eine Straßenmaut im belgischen Bundesland Flandern nachgedacht wurde, kam prompt Protest aus Richtung der benachbarten Niederlande, wonach die Sache erst einmal ad acta gelegt wurde.
Doch im neuen flämischen Koalitionsvertrag steht die Prüfung eines solchen Systems. Mobilitätsministerin De Ridder will dazu auch mit der neuen Regierung in der Wallonie sprechen, denn dort wird eine gleichartige Maut ins Spiel gebracht. Wie diese Angelegenheit in der Brüsseler Hauptstadt-Region behandelt wird, ist völlig unklar, denn dort zieht sich die Regierungsbildung weiter in die Länge.
