Alle 24 Messstellen in den 19 Brüsseler Gemeinden überschreiten den neuen europäischen Grenzwert von 20 µg/m³ Stickstoffdioxid. Dies geht aus der ExpAIR-Studie der Brüsseler Umwelt- und Stadtbewegung BRAL hervor. Vier der Messstellen liegen sogar über dem derzeitigen Grenz- bzw. Jahresdurchschnittswert von 40 µg/m³. „Die Verschiebung der Umweltzone (LEZ) bedeutet zwei weitere Jahre mit denselben schlechten Ergebnissen“, so BRAL in einer Pressemitteilung.
Die Luftqualität in Brüssel bleibt weiterhin über der europäischen Norm
Im Rahmen der ExpAIR-Studie messen BRAL und Brussels Environment seit Juni 2023 die Luftqualität in den Brüsseler Gemeinden, indem sie Stickstoffdioxid an 24 Standorten überwachen. „Wir haben 24 Orte ausgewählt, an denen es keine offiziellen, festen Messstationen gibt und an denen die Luftqualität höchstwahrscheinlich schlecht ist, wie am Sainctelette, am Vlaamse Poort, in der Brabantstraat, in der Fonsnylaan, am Bareel van Sint-Gillis oder an der Industrielaan in Anderlecht“, so BRAL.
Nach einem Jahr der Messungen zeigt sich, dass alle 24 Messpunkte „den künftigen europäischen Grenzwert von 20 µg/m³, der vor Ende 2024 in Kraft treten wird, überschreiten“. Vier Messpunkte liegen auch über dem aktuellen europäischen Grenzwert von 40 µg/m³. Dies sind die Guldenvlieslaan (50,5 µg/m³), Vlaamse Poort (45,5 µg/m³), Sainctelette (39,5 µg/m³) und diee Piersstraat in Molenbeek (46 µg/m³). Noch schlimmer sei, dass der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 10 µg/m³ nirgendwo einhalten werde, so BRAL.
Nach Angaben der WHO ist eine Überschreitung von 10 µg/m³ pro Jahr schädlich für gefährdete Personen wie Kinder, ältere Menschen und Asthmatiker. „Ab 20 µg/m³ wäre es für alle schädlich“, heißt es. Laut BRAL zeigen die ersten ExpAIR-Ergebnisse, wie wichtig es ist, die Umweltzone (Low Emission Zone, LEZ) dringend zu verschärfen. Doch die neue Politik nach den Wahlen im Juni sieht gerade genau das Gegenteil vor und will die Einführung der neuen LEZ-Normen, die eigentlich in der Brüsseler Hauptstadt-Region im Januar 2025 in Kraft treten soll, um 2 Jahre verschieben.
