Lachgasflaschen haben in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als 2.000 Explosionen in Müllverbrennungsanlagen in Belgien verursacht. Die Explosionen ereignen sich, weil gebrauchte Flaschen in den Restmüll oder auf die Müllkippe gelangen, obwohl sie noch nicht vollständig entleert sind. An 62 verschiedenen Tagen musste eine Ofenlinie abgeschaltet werden, weil die Schäden an den Öfen zu groß waren.
Über 2.000 Explosionen durch Lachgas in Müllverbrennungsanlagen seit Januar
Lachgas kennt man von den Sahnekapseln oder als Narkosemittel beim Zahnarzt. In den letzten Jahren wurde Lachgas aber vor allem als Rauschmittel populär.
„Ende 2022 kam es zur ersten Explosion einer Lachgasflasche. Leider hat seitdem so ziemlich jede Verbrennungsanlage damit zu tun“, klagt An Depauw von Belgian Waste-to-Energy, dem Dachverband der Verbrennungsanlagen.
Konkret: 12 der insgesamt 14 Hausmüllverbrennungsanlagen in Belgien haben die Explosionen zwischen Januar und Juli gezählt und sind dabei auf 2.008 Explosionen in sieben Monaten gekommen.
Seit Anfang April verbietet das Gesetz, Lachgas zur Berauschung zu besitzen oder zu verkaufen. Wer dabei erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 200 Euro oder im Wiederholungsfall eine Freiheitsstrafe.
Verbot und Strafe allein genügen nicht
„Das hat noch gar nichts gebracht", heißt es bei den Betreibern der Müllverbrennungsanlagen. Ein Verbot allein reiche nicht.
An 62 verschiedenen Tagen mussten Verbrennungsöfen außerplanmäßig abgeschaltet werden, weil die Explosionen schwere Schäden verursachten und Reparaturen erforderlich waren.
Aufgrund der Explosionen mussten die Betreiber auch ihre Sicherheitsvorschriften verschärfen.
Kosten explodieren auch
Die Explosionen haben auch ihren Preis. Das Genter Müllentsorgungsunternehmen Ivago beispielsweise hatte im Jahr 2023 aufgrund der stillgelegten Öfen Einnahmeausfälle in Höhe von rund 425.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Reparaturen in Höhe von 167.000 Euro.
Die Anlagen beheizen zum Beispiel auch das Universitätskrankenhaus Gent. Bei Stillstand entstehen auch Gesundheitskosten.
Kommunen brauchen Unterstützung
Der Verband der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) fordert von der neuen flämischen Regierung die Freigabe von Mitteln zur Unterstützung ihrer Mitglieder im Umgang mit Distickstoffoxid. „Die Kommunen tragen jetzt die Kosten für die Verarbeitung von Flaschen und für Explosionen in vollem Umfang. Insgesamt werden sie bereits auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Wir wollen, dass diese Beträge an die Erzeuger weitergegeben werden können“, sagte Nathalie Debast vom VVSG.

