Erstmals in der 230-jährigen Geschichte der Abtei haben die Trappistermönche von Westmalle (Provinz Westflandern) einen Einblick in ihre Brauerei gewährt. Die 1.500 Eintrittskarten waren im Nu ausverkauft. Einer der Besucher war Radio-2-Reporter Yarno Voets. Seine Eindrücke möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.
Premiere: 1.500 Besucher durften die Trappisten in Westmalle besuchen - Tickets binnen weniger Minuten ausverkauft
Normalerweise führen die Brüder des Trappistenordens ein Leben in Abgeschiedenheit und Stille. Ein Besuch der Brauerei lässt sich mit diesem frommen Lebenswandel daher nur schwer miteinander vereinbaren“, erfuhr Radio-2-Reporter Yarno Voets im Gespräch mit dem Marketingdirektor der Brauerei, Manu Pauwels (unten). In Absprache haben die Klostergemeinschaft und die Brauerei dann beschlossen, trotzdem an zwei Tagen einen Einblick zu geben.
Video über den Tag der Offenen Tür in Westmalle
Keine Mönche in langer Kutte und Sandalen
Die Tage der offenen Tür wurden bewusst auf einen Mittwoch und Donnerstag gelegt. Während der Arbeitswoche läuft die Brauerei und sind die Mitarbeiter im Einsatz. An den Wochenenden steht sie still.
Wer sich jetzt Mönche in langer Kutte und Sandalen hinter den Bottichen und Fässern vorstellt, irrt gewaltig. Anno 2024 brauen die Klosterbrüder das beliebte Starkbier von Westmalle nicht mehr selbst.
Trotzdem ist es keine Großbrauerei, erklärt Marketingdirektor Pauwels: Die Mönche haben sich bewusst für weniger Kapazität und Umsatz entschieden. Genug, um das Kloster und die Anlagen in Schuss zu halten, um die erforderlichen Investitionen zu tätigen und wohltätige Zwecke zu unterstützen.
Der Ottonormalverbraucher kennt Westmalle wohl eher von den Bieren, die hier gebraut werden.
In der hochmodernen Brauerei werden jährlich 120.000 Hektoliter Klosterbier gebraut oder umgerechnet 36 Millionen Gläser Westmalle.
Wer an den beiden außergewöhnlichen Besuchstagen auch gerne die Mönche bei der Arbeit gesehen hätte, wartete vergeblich. Die Mönche selbst schauen nur nach oder vor dem Hochbetrieb vorbei.
Die Abtei von Westmalle liegt mitten im Grünen. Das ist der Klosterbrüdern zu verdanken, die sich seit über 200 Jahren harter Arbeit und stillem Gebet verschrieben haben. Getreu nach dem Leben des Heiligen Benedikt, dessen Lehre die Trappisten von Westmalle folgen.

