In der ehemaligen Bergbaustadt Genk in der flämischen Provinz Limburg wird in diesen Tagen dem Bombardement durch die alliierte Luftwaffe am 2. Oktober 1944 gedacht. Eigentlich war Genk bereits 2 Wochen zuvor von den Deutschen befreit worden. Der Bombenangriff, der 36 Menschenleben forderte, galt eigentlich Übach-Palenberg bei Aachen im heutigen NRW und war ein Versehen, dessen Grund bis heute nicht aufgeklärt ist.
Fatales Versehen: Genk gedenkt dem Bombenabgriff am 2. Oktober 1944
Der Bombenangriff fand am 2. Oktober 1944 mitten am Tag statt. Als die Flugzeuge ihre Bomben abwarfen, versteckten sich die Menschen in den Kellern. Die Bomben trafen in erster Linie das Stadtzentrum und die Kirche. Betroffen waren auch die Molenstraat, die Hoogstraat und die Umgebung des Bahnhofs.
Dabei wurden zahlreiche Menschen verletzt und 36 Personen kamen im Bombenhagel ums Leben. Etwa 70 Wohnhäuser wurden zerstört. Das Bombardement war ein tragisches Versehen, denn amerikanische Truppen hatten Genk 15 Tage davor von den Deutschen befreit.
Offenbar war nicht Genk Ziel dieses Bombenangriffs, sondern die deutsche Stadt Übach-Palenberg bei Aachen im heutigen Nordrhein-Westfalen. Warum es zu diesem Versehen kam, ist bis heute undeutlich. Die Amerikaner hätten diesen Fehler niemals zugegeben, wie es in Genk dazu heißt, doch Dokumente von damals würden belegen, dass der Angriff ein Missverständnis war.
Heute ist in Genk quasi nichts mehr von den Schäden von damals zu sehen, wie unser Drohnenvideo mit seinen Bildern vom Stadtzentrum von Genk zeigt.
(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)
Ein Film ehrt die Opfer von damals
Wenn am 2. Oktober 2024, 80 Jahre danach, an dieses einschneidende Ereignis erinnert wird, zeigt der Videoclub Genk einen eigens dazu gedrehten Film. Der Verein produzierte diesen Film gemeinsam mit dem Regisseur Leon Geets und mit Jan Daglinckx, der für die Computeranimation sorgte.
Regisseur Geets sprach dazu mit dutzenden von Zeitzeugen und bekam Informationen beim Geschichtsverein „Geheugen Genk“ („Das Gehirn von Genk“) und bei einer Vereinigung, die sich mit dem Kriegsgeschehen aus dieser Zeit beschäftigt, mit der „Taskforce Liberty“.
Man wolle den jungen Leuten von heute mit diesem Film erzählen, was damals geschah, damit dies nicht in Vergessenheit gerate, so Genks Bürgermeister Wim Dries (CD&V). Die 3 Vorstellungen des Films vor Publikum im Casino Modern in Genk sind ausverkauft. Eine Ausstellung wird länger dort gezeigt. Ab dem 4. Oktober ist der Film allerdings online auf der Webseite der Stadt Genk zu sehen: www.genk.be/bombardement

