An diesem Donnerstag, 26. September, kommt Papst Franziskus nach Belgien. Anlass ist die 600-Jahrfeier der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven), doch das Besuchsprogramm des Papstes in unserem Land ist breiter gefächert und neben dem offiziellen Programm wird Franziskus auch mit Opfern von sexuellem Missbrauch durch Geistliche zusammentreffen.
Der Papst kommt nach Belgien: Umfangreiches Programm aber auch kritische Töne
Am Vormittag stattet Papst Franziskus dem Großherzogtum Luxemburg einen Besuch ab (Foto oben). Von dort aus fliegt er am frühen Abend nach Belgien, wo er gegen 19 Uhr am Militärflughafen Melsbroek (in der Nähe des Brussels Airport in Zaventem) landen wird. Dort wird er von König Philippe und Königin Mathilde, sowie vom geschäftsführenden Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und den Bischöfen des Landes zu den Klängen der Musikkapelle der belgischen Luftwaffe begrüßt.
Am Freitag dann trifft der Papst dann offiziell das Königspaar im Palast. Danach begibt sich das Oberhaupt der Katholiken nach Löwen in Flämisch-Brabant, wo er den Feierlichkeiten zum 600-jährigen Bestehen der dortigen Universität beiwohnen wird.
Messe im König Baudouin-Stadion in Brüssel
Am Samstag wird Papst Franziskus dann in der Basilika von Koekelberg in Brüssel mit Vertretern der Katholischen Kirche in Belgien zusammentreffen, um danach in Louvain-la-Neuve (Neu-Löwen) in Wallonisch-Brabant der dortigen Katholischen Universität UCL einen Besuch abzustatten.
Das offizielle Programm wird am Sonntag mit einer Messe im vollbesetzten König-Baudouin-Stadion in Brüssel abgeschlossen, zu der rund 38.000 Gläubige erwartet werden. Hier tauchte im Vorfeld ein Problem auf. Während dieser Messe sollte auch ein Lied des kürzlich verstorbenen Komponisten Paul Schollaert gesungen werden. Doch dieser hatte sich in der Vergangenheit sexuellem Fehlverhalten und Missbrauch schuldig gemacht. Das Lied wurde umgehend aus dem Programm gestrichen.
Der Papstbesuch in unserem Land wird von enormen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.
Sexueller Missbrauch und Kritik an der Haltung der Kirche
Daneben wird Papst Franziskus auch mit 15 (ausgesuchten) Opfern von sexuellem Missbrauch in der Kirche durch Geistliche zusammentreffen, denn diese Angelegenheit ist seit geraumer Zeit in Belgien ein gesellschaftlich beladenes und oft diskutiertes Thema. Es bleibt abzuwarten, wie die Gespräche inhaltlich verlaufen werden. Die Frage ist auch, ob der Papst im Rahmen seines Besuchs in unserem Land etwas dazu sagt oder gar Stellung nimmt.
Papst Franziskus wird sich auch der Kritik bezüglich anderen Themen stellen müssen. KU Leuven-Rektor Luc Sels gab zu verstehen, dass er dem Pontifex deutlich machen wird, dass seine Einrichtung nicht mit der Haltung der Kirche zu den Frauen und zur Frage der Holebi-Gesellschaft einverstanden ist.
