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2010: Ermittlungen am Bistum in Mechelen
Inland
Politik

Neuer Parlamentsausschuss zu sexuellem Missbrauch in der Kirche in Belgien

In Belgien wird ein neuer parlamentarischer Ausschuss zum sexuellen Missbrauch in der Kirche eingesetzt. Dazu gab der Justizausschuss in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments am Dienstag grünes Licht. In dieser Woche muss darüber noch das Plenum des Parlaments abstimmen, doch dies gilt als Formsache. 

Andreas Kockartz
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Im Laufe der vergangenen Legislaturperiode wurde bereits ein solcher Ausschuss zum Thema sexueller Missbrauch durch Geistliche in der Katholischen Kirche in Belgien eingesetzt. Auslöser dieser Einsetzung war die viel diskutierte TV-Serie „Godvergeten“ („Gottvergessen“) unseres Hauses, dem flämischen Rundfunk VRT.

Im Abschlussbericht dieses Ausschusses wurden 137 Empfehlungen zu diesem Thema ausgesprochen, doch durch Zeitmangel konnte sich dieses Gremium vor Ablauf der Regierungsperiode nicht mehr mit dem Thema „Operation Kelch“ befassen.

Einfluss auf die Ermittlungen?

Der neue Parlamentsausschuss soll seinen Fokus auf die Frage legen, in wie fern es möglicherweise zu Unregelmäßigkeiten z.B. durch Einfluss von außen im Zuge der Ermittlungen der Justiz im Rahmen der „Operation Kelch“ gekommen ist.

Der Hohe Justizrat in Belgien hatte Mitte April 2024 die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die Frage vorgelegt, ob die Bischöfe der Katholischen Kirche den Ermittlungen im Rahmen der „Operation Kelch“ im Wege gestanden haben. Der Rat kam seiner Zeit zu der Feststellung, dass es dafür keine Nachweise gibt.

"Operation Kelch"

Dieses Dossier betrifft die umfassenden Ermittlungen wegen Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche, die vor 14 Jahren ihren Anfang nahmen.

Die Ermittlungen in Sachen Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche in Belgien begannen im Jahr 2010. Damals wurden Hausdurchsuchungen im Erzbischöflichen Palast in Mechelen (Prov. Antwerpen) und in der Amtswohnung des damaligen Kardinals Godfried Danneels durchgeführt.

Anlass dafür war der Fall des damaligen Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe. Dessen Neffe hatte diesen des jahrelangen Missbrauchs beschuldigt. Auch Erzbischof Danneels geriet damals in die Mühlen der Justiz, denn er soll von sexuellem Missbrauch durch Kirchenmänner gewusst haben, verzichtete jedoch darauf, einzugreifen.

Laut der belgischen Generalstaatsanwaltschaft sind alle Fälle aus dieser Akte entweder inzwischen juristisch verjährt oder die betroffenen Personen leben heute nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft will in Kürze einen Antrag auf Schließung der Akte „Operation Kelch“ stellen. 

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