Der Gebrauch von Schlafmitteln bei Jugendlichen war noch nie so hoch wie jetzt, besonders bei jungen Mädchen. 1 von 5 Mädchen hat schon einmal Schlafmedikamente eingenommen. Das geht aus der Jugendbefragung des Flämischen Fachzentrums für Alkohol und andere Drogen (VAD) hervor. Der Alkohol- und Cannabiskonsum bei Jugendlichen ist hingegen stark zurückgegangen.
Alkohol- und Cannabiskonsum bei Jugendlichen sinkt, Schlafmittelgebrauch nimmt zu
Der Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bei Jugendlichen nimmt langsam zu. Mehr als 16 Prozent der Jugendlichen haben sie schon einmal genommen. Bei jungen Mädchen handelt es sich laut der Befragung sogar um 1 von 5, die im vergangenen Jahr ein Schlafmittel eingenommen haben.
Beunruhigende Zahlen, denn diese Medikamente können abhängig machen. "Wir vermuten, dass Angst und Stress hier eine große Rolle spielen", sagt Katleen Peleman, Direktorin bei VAD. "Jugendliche haben oft viel Stress, denken Sie zum Beispiel an die Prüfungszeit. Jugendliche möchten gerne eine schnelle Lösung, wenn sie sich nicht wohl fühlen."
Die Schlafmittel, um die es hier geht, sind Medikamente, die nur auf Rezept erhältlich sind. Liegt die Schuld also bei den Hausärzten, die sie zu schnell verschreiben? "Das Problem scheint vor allem die großen Packungen zu sein, wodurch viele Haushalte im Medizinschrank schwere Schlafmittel haben", sagt Peleman. "So können sie leichter weitergegeben werden, ohne dass ein Arzt benötigt wird. Wir müssen in der ganzen Gesellschaft vorsichtiger damit umgehen."
Alkohol- und Cannabiskonsum sinkt deutlich
Während der Schlafmittelkonsum zunimmt, ist der Alkoholkonsum stark gesunken. Jugendliche trinken immer später Alkohol und auch immer weniger. 2011 gaben 68 Prozent der Schüler an, einmal Alkohol getrunken zu haben. Im Jahr 2022 sind es noch 48 Prozent. Ungefähr 1 von 5 Schülern gab 2011 an, regelmäßig Alkohol zu trinken. Im Jahr 2022 sind es noch 1 von 10 Schülern.
Der Hauptgrund, keinen Alkohol zu trinken, ist laut Jugendlichen, dass sie ihn nicht brauchen. Aber auch ihre eigene Gesundheit ist ihnen wichtig. "Wir sehen einen allgemeinen Trend in der Gesellschaft: Menschen beschäftigen sich mehr mit ihrer Gesundheit, nicht nur körperlich, sondern auch geistig", sagt Peleman.
"Wir haben den Eindruck, dass die Coronakrise das Bewusstsein gestärkt hat, weil sie die Verwundbarkeit unserer Gesundheit aufgezeigt hat", meint Peleman. "Auch Jugendliche erkennen die Bedeutung einer guten Gesundheit."
Trotz dieser positiven Entwicklung darf der Alkoholkonsum von Jugendlichen nicht verharmlost werden. So gibt es in einer Klasse mit 20 Schülern im Alter von 17-18 Jahren 5 bis 6 Schüler, die wöchentlich bis sogar täglich Alkohol trinken.
Außerdem hat fast ein Viertel der Jugendlichen schon einmal Binge-Drinking betrieben. Fast 6 von 10 Jugendlichen, die im letzten Jahr Alkohol getrunken haben, hatten damit eine schlechte Erfahrung. Das wird auch als Grund angegeben, weniger zu trinken. "Jugendliche spüren die Risiken von Alkohol, wie zum Beispiel Streitigkeiten mit Freunden", sagt Peleman. "Das wollen sie nicht mehr."
Auch der Cannabiskonsum ist sehr stark gesunken. Während 2011 noch 17 Prozent der Schüler jemals Cannabis konsumiert hatten, sind es jetzt 9 Prozent. Im vergangenen Jahr konsumierten 6 Prozent der Schüler Cannabis, 1 Prozent konsumiert es regelmäßig.
Der deutliche Rückgang zeichnete sich vor allem nach 2018-2019 ab und steht daher mit den Coronabeschränkungen in Verbindung. Jugendliche konnten damals nur schwer an Cannabis gelangen. Auch hier geben Jugendliche an, Cannabis zu meiden, weil sie wissen, dass es gefährlich ist und schlecht für ihre Gesundheit.
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Sorgen über Entwicklung bei Glücksspielen
Seit dem 1. September sind die Regeln für Glücksspiele strenger. Es gibt eine Altersgrenze von 21 Jahren, außer für Lotteriespiele und Rubbellose der Nationalen Lotterie, bei denen das Mindestalter 18 Jahre beträgt. Aber auch 1 von 4 Minderjährigen gibt an, schon einmal um Geld gespielt zu haben.
Die Rubbellose der Nationalen Lotterie sind bei Jugendlichen am beliebtesten: Fast 1 von 3 Jugendlichen hat schon einmal ein Rubbellos gekauft. Besonders die jüngste Altersgruppe von 12 bis 14 Jahren kauft sie.
Danach folgen Lottospiele (15,7 Prozent) und Sportwetten (12,4 Prozent). Pokern um Geld (4,7 Prozent) und andere Casinospiele (5,3 Prozent) sind deutlich weniger beliebt.
Rubellose sind ein Einstieg ins Glückspiel, mit all den Merkmalen, die dazu gehören: die Schnelligkeit, die Verlockung und die Versprechen von großen Gewinnen
Katleen Peleman, Direktion VAD
Obwohl jedes Jahr immer weniger gespielt wird, macht sich das VAD Sorgen. "Rubbellose sind nicht so harmlos, besonders weil das große Online-Angebot der Nationalen Lotterie sehr stark auf junge Menschen ausgerichtet ist, mit lustigen Figuren und niedlichen Tierchen", sagt Peleman. "Es ist ein klarer Einstieg ins Glücksspiel, mit all den Merkmalen, die dazu gehören: die Schnelligkeit, die Verlockung und die Versprechen von großen Gewinnen."
Laut der Nationalen Lotterie haben Jugendliche keinen Zugang zur Online-Spielplattform: "Nur Volljährige können mit Kontrolle über die Identifikationsnummer Zugang erhalten. Darüber hinaus werden Verkäufer im Einzelhandel regelmäßig sensibilisiert und kontrolliert. Jährlich organisieren wir 1.600 Mystery Shoppings, um zu überprüfen, dass unsere Produkte nicht an Minderjährige verkauft werden."
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Das VAD organisiert seit einem Vierteljahrhundert eine groß angelegte jährliche Befragung bei Schülern zu den Themen Alkohol, psychoaktive Medikamente, illegale Drogen, Glücksspiel, Gaming und soziale Medien.
Fast 45.000 Schüler im Alter von 12 bis 18 Jahren füllten im Schuljahr 2022-2023 die Befragung aus. Auf der Grundlage einer repräsentativen Stichprobe von 7.500 Schülern erhalten wir ein zuverlässiges Bild des Substanzkonsums flämischer Schüler.
