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Roeland Raes
Inland
Politik

Holocaust-Leugner Roeland Raes doch nicht auf Wahlliste des Vlaams Belang in Aalter

Roeland Raes verzichtet freiwillig auf seinen Platz auf der Wahlliste des Vlaams Belang in Aalter (Provinz Ostflandern). Am Mittwoch wurde bekannt, dass Raes auf Platz 27 der Liste stand. "Es war nie meine Absicht, der Partei zu schaden", sagt Raes. "Ich wollte die Vergangenheit hinter mir lassen, aber das ist offensichtlich nicht gelungen. Daher verzichte ich freiwillig auf meinen Platz auf der Liste." Raes wurde 2008 wegen Holocaustleugnung verurteilt.

Jens Van Reet
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Der 90-jährige Raes zeigt sich betroffen von dem Medienwirbel, in den er geraten ist. "Ich habe vor 23 Jahren Dinge gesacht, hinter denen ich heute nicht mehr stehe", sagt Raes. "Ich hoffte, dieses Kapitel hinter mir lassen zu können, aber offenbar ist das nicht der Fall. Vielleicht hätte ich besser Geld verbrannt wie Vandenbroucke oder wäre wegen Korruption verurteilt worden wie Willy Claes."

Gründer des Vlaams Blok

Raes ist einer der Gründer des Vlaams Blok, aus dem der Vlaams Belang hervorging. Er war auch einmal Senator für die Partei. Er ist 90 Jahre alt und lebt in einem Altersheim in Aalter. 

Raes wurde 2008 wegen Holocaustleugnung verurteilt, weil er in einem Interview mit dem niederländischen Nachrichtenmagazin "Netwerk" die Art und Weise, wie die Juden verfolgt wurden, und das Ausmaß des Holocaust in Frage gestellt hatte. Er zweifelte auch die Echtheit des Tagebuchs von Anne Frank an. Die Sendung löste in den Niederlanden und Belgien große Empörung aus.

"Vlaams Belang zeigt wieder wahres Gesicht"

Die nationale Parteispitze distanziert sich von den Äußerungen, die Raes in dem Interview gemacht hat. "Ich betone, dass Vlaams Belang immer gegen Holocaustleugnung war und ist", so Parteivorsitzender Tom Van Grieken (Vlaams Belang).

"Die Aufstellung der lokalen Wahllisten wird vom Provinzvorstand vorgenommen", sagt Van Grieken in einer Stellungnahme gegenüber VRT NWS. "Der Provinzvorstand hatte nie Kenntnis von der Liste in Aalter, da sie verspätet eingereicht wurde. Daher konnte die Parteispitze ihre Zustimmung nicht erteilen."

Der Abgeordnete Michael Freilich (N-VA) hatte am Mittwoch die Entscheidung des Vlaams Belang, Raes einen Platz auf einer Liste zu geben, scharf kritisiert. "Der Vlaams Belang zeigt wieder sein wahres Gesicht", heißt es in einem Beitrag auf X.

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