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Schon am Stadtrand von Brüssel wird es grün

"Floristischer Atlas" für die Region: Naturschützer wollen in Brüssel die wilden Pflanzen zählen

Die Brüsseler Abteilung der flämischen Naturschutzorganisation Naturpunkt (Natuurpunt) will gemeinsam mit ihrem frankophonen Partner Natagora ein umfassendes Inventar der wilden Pflanzen in der Hauptstadt-Region erstellen. Dieser „floristische Atlas“ soll auf Basis von Zählungen, die durch ehrenamtliche Helfer vorgenommen werden, basieren. Damit soll auch geklärt werden, wie sich die Flora in Brüssel in den vergangenen 20 Jahren verändert hat.

Andreas Kockartz
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Brüsseler, die über ein Basiswissen zu Pflanzen verfügen oder die sich dieses Wissen aneignen möchten, können sich für diese Pflanzenzählung von Natuurpunt und Natagora anmelden. „Wir rufen die Leute dazu auf, ein ‚Planquadrat‘ von einem Quadratkilometer zu adoptieren. Innerhalb dieses Gebietes sind sie dann für die Pflanzenliste verantwortlich“, sagte Roosmarijn Steeman von Naturpunkt Brüssel gegenüber der Nachrichtenplattform BRUZZ dazu.

Das Projekt bekam den Namen Florabru und schon jetzt (Stand Anfang September) sind rund 100 der insgesamt 188 Planquadrate an interessierte Leute oder Gruppen vergeben worden: „Wir sind froh darüber, dass wir so viele Menschen für dieses Projekt begeistern können. Wir haben die Hilfe von diesen Freiwilligen wirklich nötig.“

Blick zurück und nach vorne

Allerdings wäre das Aufspüren und das Bestimmen von allen Pflanzen innerhalb eines Quadratkilometers eine Herkulesaufgabe: „Aber wir erwarten das nicht wirklich von den Leuten. Wir bitten aber wohl darum, über Google Maps wirklich gut nach interessantesten Stellen innerhalb dieses Vierecks zu suchen. Das kann Waldgebiet sein oder Graslandschaft oder irgendetwas am Wasser.“

Natuurpunt-Sprecherin Roosmarijn Steeman gibt aber auch an, dass man entlang einer 2 Kilometer langen Route versuchen kann, alle Pflanzen zu untersuchen: „Die Leute können ihre Route über www.waarnemingen.be aufzeichnen und darüber können wir vergleichen, wie das auf dieser Route vor 20 Jahren war und wie es 2046 aussehen könnte.“

Dies ist das zweite Mal, dass Natuurpunt Brüssel einen „floristischen Atlas“ für die Region aufstellt: „Wir haben auch einen Atlas in 2006 aufgestellt und wir merken jetzt schon, dass es sehr viele neue Pflanzen in Brüssel gibt.“ Der neue Atlas soll 2026 vorliegen.

Neue exotische Pflanzenarten in Brüssel

„Es tauchen viele Exoten auf, zum Beispiel aus Ziergärten. Diese Pflanzen finden wir dann plötzlich auch in der freien Natur. Wir sind neugierig darauf, was sich seit 2006 so alles verändert hat.“

Der Naturschutzverband will den Pflanzenbestand nicht nur mit den vergangenen 20 Jahren vergleichen, sondern „wir wollen auch wissen, wie Brüssel im Vergleich mit anderen Städten in Sachen pflanzlicher Diversität da steht.“ 

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