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Inland
Wirtschaft

Drohende Schließung von Audi in Brüssel: Was bleibt noch von der belgischen Automobilindustrie übrig?

Die drohende Schließung der Audi-Fabrik in Brüssel zeigt, dass die Automobilindustrie in Belgien seit Jahren unter Druck steht. Nach Renault in Vilvoorde, Opel in Antwerpen, Ford in Genk und Van Hool in Koningshooikt ist nicht mehr viel von der vielgerühmten Automontage-Industrie übrig. Was noch bleibt, ist Volvo Cars in Gent sowie die LKW-Hersteller Volvo Trucks ebenfalls in Gent und DAF in Westerlo. 

Andreas Kockartz
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Jede Schließung einer Fabrik ist auch immer wieder ein Schlag für die Wirtschaft in Belgien. Zwar sind gut ausgebildete und erfahrene Facharbeiter in der Industrie und darüber hinaus am Arbeitsmarkt begehrt, doch falls Audi in Brüssel schließt, liegen Jobs für bis zu 3.000 Arbeitslose in der Hauptstadt-Region nicht einfach so auf der Hand.

Doch woran liegt es, dass Unternehmen, wie der deutsche Autobauer aus Ingolstadt Belgien verlassen? Auf der einen Seite sind die hohen Lohn- und damit Produktionskosten ein Grund dafür, dass es sich für ausländische Unternehmen nicht mehr unbedingt lohnt, in Belgien zu produzieren bzw. zu montieren. Doch man sollte eine Entwicklung, wie die bei Audi, nicht einfach nur auf die hiesige Wirtschafts- und Steuerpolitik zurückführen.

Fehlentscheidung? Entwicklungen verschlafen?

Bei Audi bzw. der Volkswagen-Gruppe liegt ein Teil der Verantwortung mit Sicherheit beim Management. Die Idee, den Wandel in Richtung E-Autos ausgerechnet über teure Luxusautos, wie den SUV Q8 e-tron, ist deutlich eine Fehlentscheidung gewesen und weiten Teilen der deutschen bzw. der europäischen Automobilindustrie ist vorzuwerfen, die Elektrifizierung des Fahrzeugparks regelrecht verschlafen zu haben. Auch bei VW in Deutschland stehen Werksschließungen und Entlassungen zur Diskussion…

Inzwischen strömen billige E-Autos aus China und von Tesla auf den europäischen Markt und in Brüssel hegt man die Hoffnung, dass sich am alten VW- und Audi-Standort im Stadtteil Vorst ein chinesischer Autobauer niederlässt und dort Arbeitsplätze retten könnte. Doch auch die Chinesen können rechnen und werden die in Belgien bekanntlich hohen Lohnkosten kennen…

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Volvo Cars in Gent

Allerdings sind die Chinesen in Sachen Automobilproduktion schon längst in Belgien angekommen. Die PKW-Sparte des schwedischen Autoherstellers Volvo Cars gehört zur chinesischen Geely-Gruppe und diese baut im Werk in Gent mit rund 7.000 Beschäftigten Elektroautos. Aber, auch Volvo-Geely rudert in Sachen E-Autos zurück und wird ab 2030 wohl nicht ausschließlich E-Autos bauen.    

Was bleibt in Belgien übrig?

Nach einem möglichen Weggang von Audi aus Belgien und neben Volvo Cars im Industriegebiet im Hafen von Gent sorgen vor allem Lastwagenhersteller für Arbeitsplätze. Da ist zum einen Volvo Trucks. Dieses Unternehmen ist weiter schwedisch und gehört nicht zum chinesischen Geely-Konzern.

Volvo Trucks baut ebenfalls in Gent mit etwa 4.500 Beschäftigten (ein Teil davon arbeitet für Zulieferer in direkter Werksnähe) Schwerlastwagen für den internationalen Markt. Hier wird bald mit der Produktion von elektrischen LKW begonnen, die eine Reichweite von 600 km haben sollen. Zunächst soll in Schweden produziert werden und dann im Laufe der Zeit auch in Belgien.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Das DAF-Werk in Westerlo

DAF und Van Hool (bzw. was davon übrig bleibt)

Und dann ist da noch die Filiale des niederländischen LKW-Herstellers DAF in Westerlo. Hier werden für die Montage im niederländischen Eindhoven Fahrerkabinen und Achsen gebaut. DAF beschäftigt hier rund 2.500 Mitarbeiter, doch aufgrund der spürbaren Wirtschaftsflaute in Europa gehen beim europäischen Marktführer die Verkaufszahlen zurück.

Dann wäre dann noch der belgische Autobus- und Auflieger-Hersteller Van Hool in Koningshooikt. Hier wurden nach dem Konkurs in der ersten Jahreshälfte einige Firmenbereiche von anderen Herstellern übernommen, doch dabei wurden bei weitem nicht alle Mitarbeiter auch weiterbeschäftigt.

Der niederländische Bushersteller VDL übernahm die Bussparte (mit dem Werk von Van Hool in Mazedonien) und das deutsch-südafrikanische Unternehmen Schmitz Cargobull/GRW den Nutzfahrzeugbereich. Von den hier einmal beschäftigten rund 2.500 Mitarbeitern wurden und werden nur 1.500 bis 1.800 weiterbeschäftigt. 

Früher bei Van Hool

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