Es ist unklar, welche Schadstoffe Unternehmen in die Maas ablassen. Dies teilen die Trinkwassergesellschaften mit, die Städte wie Brüssel, Antwerpen, Rotterdam oder Den Haag von diesem Fluss aus versorgen. Unternehmen, die ihr Abwasser in der Maas entsorgen, haben dazu zwar (meistens) eine Genehmigung, doch diese sind meistens veraltet und umfassen giftige Stoffe wie PFAS nicht unbedingt.
Trinkwasserunternehmen warnen: Welche Schadstoffe sind in der Maas zu finden?
RIWA-Maas, der internationale Verband der lokalen Trinkwassergesellschaften aus Belgien und den Niederlanden, fordert, dass Behörden und Regierungen neue Normen für die Verklappungs-Genehmigungen aufstellen, in denn alle möglichen toxischen Stoffe aufgezählt sind. Der grenzüberschreitende Trinkwasserverband warnt davor, dass die Wasserqualität der Maas unzureichend geschützt wird.
Laut dem Verband ist nicht deutlich, wie viel und welche giftigen Stoffe in der Maas entsorgt werden. Nicht selten werden in Industrie-Abwässern giftige Stoffe wie PFAS in Flüsse wie die Maas entsorgt, doch dieser Fluss ist eine wichtiger Trinkwasserquelle für mehrere Großstädte.
„Die Qualität des Wassers, das aus dem Hahn kommt, ist gut und entspricht allen gesetzlichen Anforderungen, doch wir machen und Sorgen um die Zukunft“, sagt Maarten van der Ploeg van RIWA-Maas: „Es gelangen einige industrielle Stoffe in die Maas und wir machen uns vor allem Sorgen über die Stoffe, die die Natur nicht abbaut, die schwierig zu säubern sind und die schädlich sind. PFAS ist ein bekanntes Beispiel dafür.“
Es gelangen einige industrielle Stoffe in die Maas und wir machen uns vor allem Sorgen über die Stoffe, die die Natur nicht abbaut, die schwierig zu säubern und die schädlich sind. PFAS ist ein bekanntes Beispiel dafür“
Maarten van der Ploeg, RIWA-Maas
Keine einzige Behörde habe einen Blick darauf, so Van der Ploeg, welche Schadstoffe wo in die Maas gelangen. Deshalb könne die Wasserqualität des Flusses auch nicht wirklich überwacht und geschützt werden. RIWA-Maas fordert, dass alle direkten und indirekten Verklappungen in einer Übersicht aufgezeichnet werden.
Die RIWA-Maas angeschlossenen Trinkwassergesellschaften entziehen dem durch Frankreich, Belgien und den Niederlanden fließenden Fluss jedes Jahr ca. 450 bis 500 Milliarden Liter Wasser.
Das daraus hergestellte Trinkwasser wird an etwa 7 Millionen Verbraucher u. a. in städtischen Gebieten um Brüssel, Antwerpen, Rotterdam und Den Haag sowie Teilen der niederländischen Provinzen Limburg und Seeland und der flämischen Provinz Westflandern geliefert.
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PFAS/PFOS - Was ist das?
Perfluoroctansulfon-Säure (Anion Perfluoroctansulfonat oder kurz PFOS) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Das Produkt wurde hauptsächlich dazu verwendet, um Materialien wie Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserfest zu imprägnieren.
Daneben wurde es bei der Verchromung, für die Imprägnierung von Kochgeräten (z.B. Pfannen), in der Analogfotografie, in älteren Feuerlöschschäumen (AFFF), in Kosmetikprodukten und in Hydraulikflüssigkeiten für die Luft- und Raumfahrt verwendet.
Das EU-Parlament hat im Oktober 2006 beschlossen, die Verwendung von PFOS auf wenige Einsatzbereiche einzuschränken. Im Stockholmer Übereinkommen wurde 2009 entschieden, PFOS in die Konvention für eingeschränkte Stoffe aufzunehmen. Das größte Problem mit diesem Produkt ist die Tatsache, dass es sich nicht auf natürliche Weise abbaut - was für alle PFAS-Stoffe gilt (das sind sognannte „forever chemicals“).
Das bedeutet, dass sich mehr und mehr PFOS bzw. PFAS in der Umwelt und in den Wasserläufen befindet. PFAS gibt es in der Chemie in rund 6.000 verschiedenen Formen und Verbindungen.
