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Vor dem Audi-Werk am Montag: Wütende Arbeiter zündeten Reifen an
Inland
Wirtschaft

Audi in Brüssel: Auch am Dienstag wird noch nicht gearbeitet aber die Autoschlüssel sind zurück bei ihrem Besitzer

Am frühen Montagmorgen trafen sichdutzende Arbeiter vor den Toren von Audi Brussels im Stadtteil Vorst. Schon am Sonntagabend waren rund 60 Mitarbeiter des Werks hierhergekommen. Das Personal des Autobauers ist beunruhigt, nach dem die Direktion am Sonntag ankündigte, dass die Fabrik solange geschlossen bleibe, bis man gewillt sei, dort "normal" zu arbeiten. Auch die Frage der von Mitarbeitern "beschlagnahmten" rund 200 Autoschlüsse von Neuwagen aus dem Werk sorgte für Probleme in dem Sozialkonflikt. Im Laufe des Tages aber kam man sich entgegen. Doch auch am Dienstag wird nicht gearbeitet. Wütende Audi-Mitarbeiter zündeten am Montagabend Reifen vor dem Werkstor an. Doch am Dienstagnachmittag kündigte sich Entspannung an...

Andreas Kockartz
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Die Gewerkschaften hatten am Montag einen Gerichtsvollzieher bestellt, der die geschlossenen Werkstore bzw. einen "lock-out" feststellen sollte. Damit soll gesichert werden, dass hier nicht gearbeitet werden kann und dies im Sinne der Bezahlung bzw. der Entlohnung des Personals. Rund 150 Audi-Arbeiter wollten eigentlich arbeiten. Doch nach aktuellem Stand der Dinge werden die Mitarbeiter nicht bezahlt.     

Die Direktion von Audi sah die Sache mit den "beschlagnahmten" Autoschlüsseln von vom Band gelaufenen Modellen des Typs Q8 e-tron als Diebstahl an und verlangte von den Gewerkschaften, dass sie die Autos freigibt, damit diese an die Händler und die Kunden ausgeliefert werden können. Hier zeigten die Gewerkschaften ein Entgegenkommen, dass allerdings an Bedingungen geknüpft war. 

Vorerst wurden die Schlüssel nicht zurückgegeben, denn die Gewerkschaften wollten diese erst nach Gesprächen zu ihrer Zukunft zurückgeben und dies ebenfalls in Anwesenheit eines Gerichtsvollziehers. Offenbar wurden die Autoschlüssel im (geschlossenen) Werk versteckt. Die Arbeitnehmervertreter haben offenbar nur wenig Vertrauen in die Werksdirektion und in das Audi-Management. 

Doch am Dienstagnachmittag gaben die Gewerkschaften die Schlüssel im Beisein eines Gerichtsvollziehers der Audi-Direktion zurück. "Der Vorfall ist beendet", sagte Audi-Sprecher Peter D'Hoore danach. Möglicherweise ebnet dies den Weg zu versöhnlichen Geschprächen zwischen den Konfliktparteien. 

Audi wünscht sich ein "positives Profil" in den Gesprächen mit Investoren

In einem Brief an die Gewerkschaften drohte Audi laut der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws mit juristischen Schritten, wenn die Autoschlüssel nicht zurückgegeben werden. Die Direktion drohte auch damit, die Entlohnung einzustellen. In der vergangenen Woche sei das Personal bezahlt worden, obschon nicht gearbeitet worden sei.

Audi Brussels-Sprecher Peter D'Hoore sagte am Montag, dass die Direktion rasche Gespräche wollen, "um weitere Szenarien auszuarbeiten, damit eine maximale Zahl an Mitarbeitern erhalten bleiben." Man müsse sich jetzt positiv profilieren und zwar auf beiden Seiten: "Wir haben Gespräche mit potentiellen Investoren. Wenn die sehen, dass die Mitarbeiter trotz schwieriger Umstände doch an die Arbeit gehen, dann kann das ein Trumpf sein..." 

Beamte der Brüsseler Polizeizone Süd haben in der Nähe des Werks Posten bezogen, um darauf zu achten, dass die Proteste vor dem Haupteingang der Audi-Fabrik friedlich bleiben. 

Audi schloss die Werkstore und die arbeitswilligen Mirarbeiter kamen nicht rein
Gereizte Stimmung am frühen Montagmorgen

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