Der niederländische Bereich des Unterrichtswesens in der Brüsseler Hauptstadt-Region greift zu einem besonderen Mittel, um Lehrerinnen und Lehrer anzuwerben. Aufgrund des auch hier akuten Lehrkräftemangels fehlt vor allem in den Grundschulen entsprechendes Personal.
Lehrkräftemangel in Brüssel: Grundschulen gehen zur Viertagewoche über
Gleich mehrere niederländischsprachige Grundschulen in Brüssel (7 an der Zahl) gehen aufgrund von Lehrkräftemangel auf eine Schulwoche mit 4 Tagen über. Auf der einen Seite versuchen sie damit kreativ die Lücken in den Stundenplänen zu kompensieren. Doch auf der anderen Seite wollen sie mit der Viertagewoche auch neue Mitarbeiter im Schulbetrieb finden zu können.
Grundsätzlich bedeutet das für die Schulkinder, dass sie Mittwochs keinen Unterricht haben. Allerdings werden sie dazu ermutigt, trotzdem in die Schule kommen. In den kommenden Monaten werden dort Aktivitäten angeboten, damit die berufstätigen Eltern nicht nach zusätzlicher Betreuung suchen müssen.
Um die Unterrichtsstunden zu kompensieren und um die Lernziele erreichen zu können, dauert der Unterricht an den anderen Wochentagen dann eine Stunde länger. Die Lehrerinnen und Lehrer allerdings haben Mittwochs frei.
Beispiel aus Molenbeek
In der Grundschule der Gemeinde im Brüsseler Ortsteil Molenbeek scheint dies auf Interesse zu stoßen, wie Direktorin Martine Van Lier gegenüber VRT NWS erzählt. Dort haben sich Lehrkräfte, die eigentlich den Job wechseln wollten, zum Bleiben entschieden und es haben sich Kandidaten für eine Stelle als Lehrer oder Lehrerin gemeldet.
Hier auf die Viertagewoche einzugehen, habe sich bereits länger angedeutet, so Direktorin Van Lier: „Lehrkräfte haben mir gesagt, dass Nachmittage manchmal zu kurz sind, um etwas zu kreieren oder um Prozesse anzusetzen.“ Das sprach wohl auch für etwas längere Schultage, doch, so Van Lier weiter: „Vorteile sind auch, dass man einen Tag weniger pendeln muss und dass dies auch Ruhe bietet.“
