Ein Verdächtiger, den Polizei und Justiz in Belgien 17 Jahre lang suchten und erst über die Most Wanted-Liste finden konnte, muss nicht ins Gefängnis gehen. Das liegt auch daran, dass seine Akte unter schlechten Bedingungen aufbewahrt wurde. Sie ist mehr oder weniger unlesbar.
Akte nicht mehr lesbar: Verdächtiger eines versuchten Doppelmordes geht frei aus
Der Mann wird verdächtigt, einen Doppelmord-Versuch begangen zu haben. Dafür wurde er bereits in der Vergangenheit zu 25 Jahren Haft verurteilt. 1999 hat er auf 2 Männer geschossen und diese dabei verletzt. Doch er wurde seinerzeit in Abwesenheit verurteilt, denn er konnte sich seiner Verhaftung durch Flucht entziehen.
Vor 2 Jahren konnte er nach Hinweisen über die Most Wanted-Liste der meistgesuchten Verbrecher der belgischen Justiz in Griechenland ausgemacht und festgenommen werden. Nach seiner Auslieferung an die belgische Justiz forderte er einen neuen Prozess, da er beim ersten Gerichtsverfahren nicht zugegen war.
Dazu wird es aber nicht kommen. Es hat sich erwiesen, dass dessen Dossier kaum noch lesbar ist, weil es in einem feuchtgewordenen Raum in einem Justizgebäude in Belgien aufbewahrt wurde. Hinzukommt noch, dass inzwischen Zeugen und damals involvierte Polizeibeamte verstorben sind.
Dadurch kann dem Verdächtigen kein ehrlicher Prozess mehr gemacht werden und er geht frei aus.
